Pensionsreform,

Leserbriefe / 02.09.2022 • 20:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

wo bleibt „der große Wurf“?

Im zentralistisch reformunwilligen und trägen Österreich weiß man seit 25 Jahren (+) über die demografische Entwicklung und die damit einhergehenden Probleme Bescheid. Bisher hat nahezu jede Regierung Reformen versprochen, passiert ist bisher kaum etwas, außer dass an Monaten und Jährchen geschraubt wird und die Durchrechnungszeiträume jeweils verändert wurden, je nachdem, was dann am Ende weniger Pensionsausgaben für die jeweilige Regierung bedeutete. So weit, so schlecht. 27 Milliarden € werden dzt. für die Bezahlung der Pensionen bezuschusst. Das ist die nahezu komplette Lohnsteuer eines Kalenderjahres.

Solange die Steuern sprudeln, kann man sicher noch so weiterwursteln. Aber was ist, wenn wir eine veritable Wirtschaftskrise und Rezession über einen längeren Zeitraum erleben? Und uns dann auch international teurer verschulden müssen? Und wie bitte soll der „Generationenvertrag“ denn weiterhin mit diesem System funktionieren? Fragen über Fragen, die von der Politik weder beantwortet noch erklärt werden. Auch so geht Vertrauen flöten.

Schauen wir in die benachbarte Schweiz. Warum übernehmen wir denn nicht deren Pensionssystem mit einer 2. und 3. Säule, gestaffelt nach Alter? Warum ist Österreich so reformunwillig und warum will dieses „heiße Eisen“ niemand angehen? Aktuell wird zur Teuerungsabmilderung mit der Gießkanne Geld verteilt und von den großen Themen, Jahrzehnte vor sich hergeschoben, abgelenkt.

Christian Salzmann, Dornbirn