Mobilität mit Weitblick

Leserbriefe / 05.10.2022 • 17:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Eine verbesserte Schieneninfrastruktur würde den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen. VN/Stiplovsek
Eine verbesserte Schieneninfrastruktur würde den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen. VN/Stiplovsek

Es freut mich außerordentlich, dass es immer wieder zivilgesellschaftliche Aktivitäten gibt, die gegen S18
und Feldkircher Tunnelspinne mobilmachen. Beide Projekte, die zusammen über zwei Milliarden Euro kosten würden, entstammen Überlegungen, die das Auto als unverzichtbar annehmen. Allerdings wissen wir nur zu gut, dass motorisierter Individualverkehr nicht nachhaltig ist. Die Verbindung der österreichischen und schweizerischen Rheintalautobahnen an der schmalsten Stelle (bei Mäder) in Kombination mit einem zentralen Zollamt erachte ich für sinnvoll, da dringend notwendig, aber die anderen beiden Projekte sind aufgrund der fehlenden Zukunftsorientierung zu verwerfen. Dafür müssen die freigewordenen zwei Milliarden Euro zielgerichtet in den Ausbau des ÖPNV und von Radwegen investiert werden. Mit diesem Budget ist viel machbar, wenn es nicht in scheinheilige Prunkbauten, wie einen unnötigen Radwegtunnel, fehlinvestiert wird.

Im ÖPNV sollte die Schienen-
infrastruktur ausgebaut werden, um die Taktdichte – im Nah- und Fernverkehr – erhöhen zu können. Zudem sollten Busverbindungen optimiert werden, insbesondere sollten „Schnellbusverbindungen“ eingeführt werden, die viel frequentierte Plätze verbinden und nicht alle 200 Meter halten. Die Radinfrastruktur sollte innerorts durch zusätzliche Radwege und Fahrradstraßen ausgebaut und sicherer gemacht werden. Haltestellen des ÖPNV sollten gut mit dem Fahrrad erreichbar sein, zusätzlich muss es Abstellanlagen und einfache Fahrradmitnahmemöglichkeiten im ÖPNV geben.

Christoph Entner,

Feldkirch

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