Internationale Schule Vorarlberg – eine Mogelpackung

Leserbriefe / 24.10.2022 • 18:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Internationale Schule Vorarlberg Riedenburg.Dünser
Internationale Schule Vorarlberg Riedenburg.Dünser

Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung wollen glauben machen, das vorgestellte Konzept „Internationale Schule“ als zusätzliches Angebot der Ordensschule Sacré Cœur könne der heimischen Wirtschaft demnächst endlich die Rekrutierung ausländischer Fachkräfte erleichtern. Es ist beschämend, wie durch offenbar irreführende Verwendung des Begriffs „Internationale Schule“ und Verweis auf das „International Baccalaureate“-Abschlussdiplom der Eindruck entstehen soll, es handele sich um ein komplettes Bildungsangebot nach IB-Standards. Ganz abgesehen davon, dass aus dem Ausland nicht nur Fachkräfte christlichen oder gar katholischen Glaubens gebraucht werden und dass die oftmals jungen Familien auch einen Platz im Kindergarten oder in der Grundschule brauchen würden. Ausländische Fachkräfte sind vielfach nur für eine begrenzte Beschäftigungsdauer bei uns, bevor sie wieder in ihrem Herkunftsland oder im Ausland tätig werden. Das erfordert, außer im Fach Deutsch, die Unterrichtssprache Englisch und von Anfang an Ausrichtung auf den IB-Lehrplan ohne Rücksicht auf verlangten österreichischen Lehrstoff. Eine Matura ist für die Absolventen der Abschlussklasse ohnehin nicht nötig, da das IB-Diplom mindestens gleichwertig ist. Im nahegelegenen Buchs ist seit Jahren die von der Wirtschaft gesponserte „Internationale Schule Rheintal“ mit einem hochwertigen Angebot vom Kindergarten bis Klasse 12 etabliert. Das Schulgeld, vom Arbeitgeber oft bezuschusst, ist höher als in Riedenburg, aber „it’s worth it“.

Mag. Horst Becker,

Feldkirch

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