„Keine

Leserbriefe / 13.11.2022 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Flüchtlingskrise“

„Es gibt keine Flüchtlingskrise“, wird uns erklärt, nur eine Verteilungskrise. Dabei hörten wir 2015, ein solcher Ansturm würde sich nicht wiederholen. Selbstverständlich schaffen wir das, die Leute aus den Zelten zumindest in Container zu bringen. Schön, aber in wenigen Jahren wiederholt sich alles, denn die Welt ist groß und weit und stets voller Kriege, Katastrophen und vor allem Auswanderungswilliger, die auch dann größtenteils nicht zurückreisen müssen, wenn ihr Status abgelehnt wird.

Ich widerspreche der Vorstellung, unsere Gesellschaft sei in dieser Frage gespalten: Wir alle halten diese Praxis für längerfristig undurchführbar oder gar Wahnsinn – nur zeitlich versetzt. Ab einem gewissen Punkt wird es jedem zu viel. Angesichts derart praktizierter „Fernstenliebe“ könnte der Fall eintreten, dass wir eines Tages für Nachbarschaftsnotfälle (wie Ex-Jugoslawien oder Ukraine) wirklich kein Bett mehr freihaben. Unsere Nachkommen könnten sich eines Tages fragen, wie wir das „geschafft“ haben, die Bevölkerungsstruktur mit Menschen aus schwer integrierbaren Kulturkreisen innerhalb einer einzigen Generation derart radikal auf den Kopf zu stellen, ohne gleichzeitig unseren Fachkräftemangel zukunftsbeeinflussend zu lindern. Wer beschränkte Kapazitäten verschleudert, hat für die Zukunft keinen Spielraum mehr.

Gerald Grahammer,

Lustenau

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