Unsere vielen ­Augenblicke

Leserbriefe / 15.12.2022 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Beim ersten Blick ins Dasein ist gewiss kein Spaß dabei, wie sehr der Säugling ihn genießt, das beweist ja sein Geschrei. Am aktivsten ist nach kurzer Zeit sein kleiner Plappermund. Bald herrscht in ganzer Heiterkeit, denn Lachen ist gesund. Sobald der Spross zum Schüler wird, erkennt er allerlei, er weint nicht mehr so ungeniert, er lacht nicht mehr so frei. Zu rasch verblüht sein Jugendgesicht. Besorgnis tritt hinzu. Er ist erwachsen. Dazu kommt die Pflicht. Und selten hat er Ruh. Getan wird viel, geredet mehr, die Jahre gehen vorbei. Gepaart wird öfters seit alters her, aus einem werden zwei. Versuchungen zum Nimmersatt, zum Taugenichts sind auch da. Auch wenn er keine Hilfe hat, Gewissen hat er doch. Leicht möglich, dass er großes schafft durch Mühe und Talent. Mag sein, er hat bloß jene Kraft, das in der Regel im jüngeren, mittleren und älteren Alter sichtbar ist. Er achtet nicht den Gang der Zeit. Die Zeit ist nur ein Trick. Er nimmt ihn mit Gelassenheit, das zeigt sein letzter Blick, die auf uns zukommt.

Lothar Petter, Dornbirn

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