Gewissenhaftigkeit und Verantwortung

Leserbriefe / 28.12.2022 • 18:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zur Diskussion über die Direkte Demokratie, Leserbriefe von Adolf Zwahlen und Dr. Hermann Böckle:

Herr Zwahlen schreibt: „Wir, die Bürgerinnen und Bürger des Landes und des Staates, müssen bei wichtigen politischen Entscheidungen das letzte Wort haben. Wir brauchen endlich gute Antworten auf die aktuellen politischen Herausforderungen“. Meine Bedenken: Um gute Ant-
worten geben zu können, muss man dazu nicht die Situationen möglichst genau kennen? Ich würde es als grobe Selbstüberschätzung sehen, wenn mein Wort in wichtigen politischen Entscheidungen mit zum „letzten Wort“ gehören sollte! Als ob ich die nötige Übersicht über die komplexen Zusammenhänge hätte und die Folgewirkungen meiner „letzten Worte“ abschätzen könnte! Ja, man soll sich eine Meinung machen, aber wer hätte wirklich die nötige Zeit, sich neben seinen beruflichen und familiären Aufgaben ausreichend mit den aktuellen Themen auseinanderzusetzen? Denn das Wohl eines Landes hängt doch zuerst einmal daran, dass Frauen und Männer ihre Verantwortung in Beruf und Familie bestmöglich wahrnehmen. Gegen die Klage, man würde zu wenig teilhaben können an der Politik, habe ich eher den Eindruck, dass wir überpolitisiert und übermediatisiert sind. Jeder zweite weiß sich als Landeshauptmann oder als Bundeskanzler oder Innenminister. Deshalb aber der „Befehl“ an die dazu Gewählten: Sie sollen gewissenhaft ihre Arbeit machen – ohne Gefallen zu suchen weder nach außen noch nach innen.

Peter Mathei, Alberschwende

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