Der letzte Kolonialstaat zerbröselt

Leserbriefe / 09.01.2023 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Russland ist trotz der Unabhängigkeit vieler Sowjetrepubliken beim Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90er-Jahre ein mit Gewalt zusammengehaltener Vielvölkerstaat. Der in „traditioneller“ Stalinmanier agierende Diktator Wladimir Putin versucht sogar, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Aktuell will er die Ukrainer „heim ins Reich holen“ und spricht diesen, wie Hitler Österreich 1938, das Recht auf einen eigenen Staat einfach ab. Im Falle von Belarus ist Putin die „Heimholung ins Reich „dank“ des örtlichen willfährigen Co-Diktators Lukaschen-
ko bereits fast schon gelungen. Nach Putins Schergen Lawrow und Medwedew steht dieses „Privileg“ den Balten, Polen und anderen früheren Zwangsmitgliedern des Ostblocks noch bevor. Putin in seinem Zarenwahn übersieht allerdings, dass mit Gewalt zusammengehaltene Kolonialstaaten sich auch wirtschaftlich nicht (mehr) rentieren. Die Engländer, Franzosen und etwas später die Portugiesen mussten das spätestens ab 1950 zur Kenntnis nehmen. Putin begeht in seinem Zarenwahn mit seinem Kolonialkrieg gegen die Ukraine einen Völkermord und gleichzeitig wirtschaftlichen und militärischen Selbstmord der russischen Föderation. Die Kaukasusvölker warten z. B. nur darauf, bis Russland so schwach ist, dass sie endlich in die Unabhängigkeit vom russischen Diktat entfliehen können. Die Ukraine in ihren Freiheitskampf gegen Putins Russland massiv zu unterstützen ist daher auch ein Beitrag zum Ende des letzten Kolonialreiches Russland.

Dr. Klaus König, Lauterach

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