Ausgeliefert

Leserbriefe / 02.05.2024 • 18:47 Uhr

„Warum an Krah festhalten?“ Diese Frage wirft der VN-Artikel „AfD droht Wahlkrampf“ (29. 4.) zur deutsch-chinesischen Spionageaffäre auf. Antwort: „Weil Krah und seine Hintermänner möglicherweise die AfD-Führung belastendes Wissen haben.“ Das ist das Kernproblem sämtlicher Parteien, die sich mit Putin oder China eingelassen haben. In Zeiten, als Putin noch rundum salonfähig war, haben sich Oppositionsparteien der politischen Ränder von Moskau unterstützen lassen. Schließlich hegte man ja echte Sympathien, und weder Parteibasis noch Außenstehende merkten etwas davon. Im Westen fehlt sowieso jede Vorstellung davon, wie viel Moskau und Peking finanziell und propagandistisch weltweit investieren, um ihre Ziele zu erreichen. Das fällt den Empfängern heute auf den Kopf. Selbst wenn ihnen ihr Putin-Verständnis mittlerweile abhandengekommen sein sollte, sind sie ihm jetzt ausgeliefert und in Gefahr, desaströs aufzufliegen. So verhalten sich diese Parteien öffentlich irgendwie diffus distanziert und erfüllen den Geldgebern gegenüber weiterhin ihre Gegenleistungen. In Österreich kann man diese Zwicklage mit „strikt neutral“ gut übertünchen. Das Schlimmste ist, dass wahrscheinlich auch Trump ein Stück weit abhängig ist. In seiner damaligen Wahl hat er intensiv von einer aus Moskau gesteuerten Beeinflussungskampagne gegen seine Rivalin Clinton profitiert. Wer sich mit Hunden schlafen legt, wacht mit Flöhen auf.

Gerald Grahammer, Lustenau