Sachliche
Information statt
Blockadehaltungen
Landeshauptmann Wallner und Landesrat Tittler fordern in ihrer Pressekonferenz erneut vehement die Realisierung der im Bundesstraßengesetz verankerten S18 CP. Dass zwischen zwei nahe verlaufenden Autobahnen noch eine dritte, parallel verlaufende Transit-Autobahn von der Bevölkerung nicht erwünscht ist, hat das ablehnende Ergebnis der Lustenauer Volksbefragung bewiesen. Statt dem Beharren auf gesetzlichen Vorgaben wäre der Dialog mit allen Betroffenen über eine leistungsfähige Querverbindung auf kurzer Strecke durch ein gesamtheitliches, rheintalisches Verkehrskonzept nach neuestem Stand dringend nötig. Das Verkehrsministerium hat durch die Finanzierungszusage von Alternativlösungen eine wichtige Türe aufgemacht. Wer die Bilder der geplanten Anschlussstellen in unserer Riedlandschaft kennt, denkt eher nach über Verlust von Erholungsräumen, landwirtschaftlichen Flächen, den Grundwasserhaushalt und Auswirkungen auf Siedlungsrand, Artenvielfalt und Klima. Auch hier gibt es Gesetze einzuhalten, die ein solches Megaprojekt berühren wird. Darüber werden (wieder) die Höchstgerichte entscheiden. „Verkehrslösungen“ im ca. 40 km langen Rheintal wie die S18 CP (1,5 Milliarden Euro), der Diepoldsautunnel zwischen Diepoldsau und Hohenems (DHAMK-Netzstrategie) mit 870 Millionen Sfr, sowie der Feldkircher Stadttunnel mit 350 Millionen Euro (massive Budgetüberschreitungen sind überall wahrscheinlich) bringen mehr Zerstörung als ganzheitlichen Nutzen in angespannten Budgets. Die Bevölkerung wünscht sich mehr sachliche Information über diese Projekte statt Pressekonferenzen, die vermeintliche, wackelige Verkehrslösungen in 20 Jahren versprechen.
Eugen Schneider, Lustenau