Tierschutz

Leserbriefe / 12.12.2024 • 20:44 Uhr

Tierschutz ist ein wichtiger und notwendiger Teil von Empathie. Tierquälerei aus Perversion und Absicht, Brutalität im Umgang, aus fahrlässigerer Haltung etc. ist angebracht zu bestrafen und Gerichtsurteile sind grundsätzlich zur Kenntnis zu nehmen, doch die Verurteilung des Winzers (Landwirt) Sepp Möth (VN vom 11. 12. 2024) wegen Tierquälerei ist schwer nachvollziehbar. Sicher, die Bilder der in den Schutznetzen verfangenen Vögel sind grausam und berühren. Nun zu den Fakten: So wird die Uneinigkeit von „Experten“ über die Art der Anbringung von Netzen in der Urteilsfindung zu wenig berücksichtigt. Und wenn eine Biologin meint, die Netze müssten alle 15 Minuten kontrolliert werden, ist das einfach nur lachhaft. Weiß die überhaupt etwas über Landwirtschaft? Lage (Abstand zu einander), Ausdehnung der Weingärten usw., nach Kenntnissen über die aufwendige Arbeit eines Winzers frage ich erst gar nicht. Jeder Hirte hat das Recht auf den Schutz seiner Herde, und jeder Landwirt hat das Recht auf den Schutz seiner Früchte. Der Tod Tausender Vögel durch die Rotorblätter der Windparks lässt sie anscheinend kalt, jedenfalls höre ich da nichts. Da stehen ja Konzerne und eine quere Ideologie dahinter. Da kommt mir der Spruch in den Sinn „die Großen lässt man laufen, die Kleinen hängt man auf“. Man kann nur hoffen, die Berufungsrichter urteilen pragmatischer.

Günther Wieser, Lochau