Trockenheit in Vorarlberg: Regen bringt kaum Entlastung

Durchziehende Regenschauer Mitte der Woche werden nur wenig Entspannung bringen.
Schwarzach, Innsbruck Susi Lentner, die Grand Dame der Meteorologie bei der Geosphere Austria in Innsbruck, hat wenig Hoffnungsvolles zu verkünden. “Ja”, sagt die Expertin, “ja, es wird zur Wochenmitte Regen kommen. Aber nur in Form von Schauern. Der nachhaltige, gleichmäßige Landregen ist es nicht. Und von Freitag weg ist wieder eine Föhnströmung mit Trockenheit angesagt, die länger dauern kann.”

Keine Panik
Für Mensch und Natur wird die anhaltende Trockenheit zwar immer unangenehmer, in Panik versetzen will sich jedoch niemand lassen. “Natürlich gibt es Regionen, die bereits jetzt aufgrund eines kiesigen Untergrunds mit der Trockenheit zu kämpfen haben, aber noch ist keine Katastrophenstimmung angesagt. Als Landwirt musst du mit der Natur leben, was auch immer sie auf Lager hat”, kommentiert Christian Meusburger, Experte für Pflanzenbau bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, die derzeitige Lage. Während mehrere Bauern bereits gemäht haben, steht anderen der Erstschnitt noch bevor.

Zu den Regionen, die von länger anhaltender Trockenheit mehr betroffen sind, gehört der Walgau.
Später Schnee tat gut
Vom intensiven Schneefall, den es vor Wochen noch gab, profitiert jetzt die Alpwirtschaft. “Zum jetzigen Zeitpunkt sind erst einige wenige Alpen bestoßen. Die große Bewegung nach oben in die Berge gibt es erst gegen Ende Mai. Bis dahin ist ja noch etwas Zeit”, sieht Josef Türtscher (66), Obmann des Alpwirtschaftsvereins, die Situation derzeit gelassen. “Eine Katastrophe ist es noch nicht, wiewohl wir uns natürlich Regen wünschen würden.”

Die Alpwirtschaft wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Problem Trockenheit konfrontiert. Gelegentlich musste Wasser sogar auf den Berg hinaufgeschleppt werden.
Junge Pflanzen gefährdet
Harald Rammel (58), Referent für Gemüsebau bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, hofft auf Niederschlag Mitte der Woche. “Wäre schön, wenn was vom Himmel kommt. Derzeit sind wir noch im grünen Bereich. Aber was immer kommt, oder nicht kommt: Wir müssen mit der Natur leben. Derzeit können wir gegen die Trockenheit ja durch Bewässerungsanlagen technisch etwas tun.”

Als “extrem” stuft Gärtnermeister Reinhard Brunner (58) die vorherrschende Trockenheit ein. “Vor allem junge Pflanzen muss man momentan gut netzen, sonst gehen sie ein”, rät der Experte. Beim Rasenmähen sei Zurückhaltung indes nicht angesagt. “Man kann durchaus jede Woche mähen. Nur sollte man das Gras nicht zu stark stutzen.”