Leserbrief: EU–MERCOSUR-Abkommen und Europas wirtschaftliche Zukunft

Wir hören jeden Tag, dass die europäische Wirtschaft von China, USA, Indien in die Bedeutungslosigkeit verdrängt wird. Nunmehr hat die EU einen Vertrag mit den MERCOSUR-Staaten unterzeichnet. Dieser Vertrag muss aber vom EU-Parlament ratifiziert werden. In den letzten Tagen wurde dieser mit knapper Mehrheit abgelehnt und geht nun zur Prüfung an den EuGH. Eine Verzögerung von mindestens 2 Jahren. Die größten Gegner dieses Abkommens sind die Bauern, die Grünen und die FPÖ. Obwohl für die Bauern und die Grünen beträchtliche Zugeständnisse in den Vertrag genommen wurden. Die Bauern, die in allen europäischen Parlamenten überproportional vertreten sind, erhalten alleine von der EU jährlich 55 Milliarden Förderungen. MERCOSUR ist ein südamerikanischer Wirtschaftsbund (Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay), dessen Ziel es ist, Zölle abzubauen und den Handel mit den Mitgliedstaaten zu intensivieren. MERCOSUR würde inkl. EU ca. 720 Millionen Menschen aufweisen. Diese Stärke eröffnet uns neue Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende abzusichern. Es ist an der Zeit, dass wir Europäer die anstehenden Herausforderungen annehmen, um die Abhängigkeit von USA und China zu reduzieren. Gemeinsames, entschlossenes Auftreten ist gefordert, Handeln ist angesagt. Zeigen wir Stärke.
Werner Sulzer, Bregenz