Leserbrief: Zum Fahrplanwechsel im Walgau

In den vergangenen Wochen habe ich viel Kritik zum neuen Fahrplan im Walgau gelesen. Dabei möchte ich eine etwas andere Perspektive einbringen, denn die aktuelle Aufregung kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen. Grundsätzlich verstehe ich den Ansatz, die öffentlichen Verkehrsmittel stärker an den Bahnhof zu koppeln. Wenn wir früher vom Gemeindeamt Ludesch nach Bludenz wollten, sind wir (insofern wir die Linie 560 erwischten) immer am Bahnhof umgestiegen. So waren wir wesentlich schneller in Bludenz, als wenn wir mit dem Bus durch alle Dörfer getuckert wären. Diese Logik, die Fahrzeit zu verkürzen und Anschlüsse zu verbessern, erscheint mir sinnvoll. Meine Freundin (Anna M.) arbeitet in Feldkirch-Gisingen und hatte nach ihren Schichten regelmäßig das Problem, dass der Zug zwar am Bahnhof Ludesch hielt, es aber keine passende Busverbindung mehr ins Dorf gab. Der Fußweg vom Bahnhof bis ins Dorf dauert laut Google Maps rund 25 Minuten – gerade abends nicht ideal. Die Alternative über Bludenz war zwar möglich, bedeutete aber eine deutlich längere Fahrzeit. Für sie stellt die neue Anbindung daher eine echte Erleichterung dar. Natürlich ist nachvollziehbar, dass Veränderungen für manche Menschen zunächst ungewohnt oder mühsam sind. Dennoch lohnt es sich, auch die Vorteile zu sehen. Nicht jede Anpassung wirkt sich für alle negativ aus, im Gegenteil: Viele profitieren von den neuen Verbindungen und kürzeren Umsteigezeiten.
Elena Pichler, Ludesch