„Wir verlieren
mehr als ein Kino“
Ich war als Koordinator der Initiative „Lichtspielfreunde“ („Rettung des Metro-Kinos“) in jener Sitzung anwesend, in der überraschend erklärt wurde, dass die Stadt vom Kauf und von der Sanierung des Metro-Kinos in Bregenz Abstand nimmt. Nach Monaten intensiver Arbeit und einem tragfähigen Zukunftsmodell wurde in wenigen Minuten eine reale Zukunftsperspektive beendet. Es geht nicht nur um das letzte Kino der Stadt. Es geht um das seit über 70 Jahren bestehende Metro-Kino – ein Stück Alt-Bregenz, das Generationen geprägt hat. Nach dem alten Bahnhof, der Gulaschbrücke oder dem „Falken“ verlieren wir erneut einen Ort voller Erinnerungen und Geschichten. Gerade bei kulturell einzigartigen und historisch bedeutsamen Orten trägt Stadtpolitik mehr als wirtschaftliche Verantwortung. Sie hat die Pflicht, jene Werte zu bewahren, die eine Stadt unverwechselbar machen. Viele Menschen hätten sich mehr Kampfgeist und nachhaltige Lösungen für einen langfristigen Betrieb des Metro-Kinos erwartet. Wie viele solcher Orte wollen wir noch verlieren?
Erich Langeder, Bregenz