Leserbrief: Vorarlbergs Volksschüler schneiden in Deutsch schlechter ab

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Mich wundert es leider überhaupt nicht, dass Vorarlberger Volksschulen im aktuellen Ranking an vorletzter Stelle stehen. Seit in Vorarlberg immer stärker auf Clusterstrukturen, freie Schulformen und Montessori-Modelle gesetzt wird, habe ich den Eindruck, dass das Bildungsniveau kontinuierlich sinkt. Freies Lernen klingt auf den ersten Blick modern und attraktiv. Doch ohne klare Strukturen, verbindliche Inhalte und eine gewisse Leistungsorientierung verliert Schule ihre zentrale Aufgabe, Kindern solide Grundlagen für ihre Zukunft zu vermitteln. Wenn grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend gefestigt werden, hat das langfristige Folgen für die gesamte Bildungs- und Berufslaufbahn. Was wir stattdessen brauchen, ist wieder mehr Struktur und klare Verantwortlichkeiten, im Elternhaus, im Kindergarten und in der Schule. Offene Kindergartenkonzepte, immer weniger klassischer Unterricht und ein System, in dem Leistung teilweise beinahe zum Fremdwort geworden ist, können auf Dauer nicht funktionieren. Auch hilft es wenig, die Verantwortung ausschließlich nach Wien abzuschieben. Vor einigen Jahren war die Situation noch genau umgekehrt, und Vorarlberg galt oft als Vorbild im Bildungsbereich. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder eine starke Zukunft haben, müssen wir den Mut haben, Bildung wieder ernst zu nehmen, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und Leistung wieder einen höheren Stellenwert zu geben.
Dipl. LT Simone Marguerite, Entwicklungs- und Lernzentrum Marguerite, Bregenz