Leserbrief: Ich bin kein Putin-Versteher

Leserbriefe / 24.03.2026 • 13:15 Uhr
Leserbrief: Ich bin kein Putin-Versteher

Ich würde ihn aber gerne verstehen. Informiert werde ich ausschließlich vom Westen. Hier die gute Ukraine, dort das böse Russland. Meine Meinung: Die Eckpunkte sind die Nato und die Krim. Russland hat der deutschen Wiedervereinigung unter der Bedingung zugestimmt, dass die Nato im Osten nicht erweitert wird. Der Wortbruch ist bekannt. Schon kurz nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 nahm diese Kontakt zur Nato auf. Mit einem Beitritt wäre die Krim, welche für Russland eine große wirtschaftliche und militärische Bedeutung hat, verloren gewesen. Die Halbinsel wurde der Ukraine aus geografischen Gründen erst 1954 zugeschrieben. Russland ist nicht aus Mordlust und Zerstörungswut in den Osten der Ukraine eingefallen. Es braucht eine sichere Landverbindung zur Krim. Dieser Schritt war teuer erkauft (gefallene Soldaten, enormer Waffeneinsatz, westliche Sanktionen). Der Krieg ist für die Ukraine nicht zu gewinnen. Besser ein Ende mit Schrecken als … Übrigens erklärte Putin in einem Fernsehinterview, einer der Gründe für die Angliederung der Krim sei der Ausbau der militärischen Infrastruktur an den Grenzen Russlands im Zuge der Nato-Osterweiterung. Russland sei vom Schwarzen Meer abgedrängt worden. Ob ich richtig liege, weiß ich nicht.

Dr. Heinz Klocker, Lauterach