Narrativ um die Kriegsrhetorik

Leserbriefe / 02.04.2026 • 18:56 Uhr

Erst einmal insbesondere im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der ein zentraler Bestandteil der modernen Kriegsführung darstellt und oft als „Krieg der Narrative“ oder strategische Kommunikation bezeichnet wird. Diese Rhetorik dient dazu, den Konflikt zu legitimieren, die eigene Bevölkerung zu mobilisieren und den Gegner zu entmenschlichen. So gesehen sind das unübersehbar Putins Scheinargumente, welche eine Mischung aus Funktionärssprache und Gossen-Jargon offenbaren. Sie basiert eben auf Scheinargumenten, die den Angriff auf die Ukraine als präventive Maßnahme oder Notwendigkeit darstellen, deshalb nutzt Russland Narrative, um den Westen (Nato, USA, EU) als Bedrohung darzustellen. Damit soll Angst geschürt werden und der Ukraine-Krieg als Konflikt gegen eine „Kollektive West-Aggression“ umgedeutet. Und das Narrativ um die Kriegsrhetorik im Iran ist vielschichtiger – stark ideologisch aufgeladen und dient sowohl innenpolitischen als auch außenpolitischen Zwecken. Es wird massiv von der iranischen Führung sowie in den Auseinandersetzungen mit den USA und Israel genutzt. Beim Konflikt Iran wird ein nukleares Narrativ schlagend, niemand glaubt mehr an friedliche Nutzung der Kernenergie, sondern das Streben nach Anreicherung von Uran und das Recht auf Technologie im Namen der Kriegsrhetorik als ein Instrument zur Legitimation der Herrschaft, zur Mobilisierung gegen externe Feinde und zur Positionierung als regionale Führungsmacht.

Sabine Windberger, Bregenz