Leserbrief: „Wald bleibt Wald“

Leserbriefe / 08.04.2026 • 11:42 Uhr
Leserbrief: „Wald bleibt Wald“

Zum Leserbrief „Waldfriedhof im Natura-2000-Gebiet Rheinholz“, VN vom 7. April:

Mit Interesse habe ich den aktuellen Leserbrief gelesen. Die Sensibilität für das Rheinholz als Naturraum ist absolut nachvollziehbar. Gerade deshalb ist es mir wichtig, einige Punkte richtigzustellen: Die genannte Zahl von 8000 Urnen stellt eine rein theoretische Maximalbelegung dar, die in der Praxis keinesfalls erreicht wird. Die Nutzung eines Bestattungswaldes verteilt sich über Jahrzehnte, da viele Menschen ihren Baum zu Lebzeiten auswählen und Beisetzungen zeitlich stark gestreut stattfinden, meist im engsten Familienkreis. Daraus ergibt sich eine geringe zusätzliche Frequenz. Dies bestätigen die Erfahrungen im Klosterwald Bludesch (erster Bestattungswald Vorarlbergs), wo weder Verkehrsaufkommen noch Besucherzahlen in problematischem Ausmaß gestiegen sind. Für den Naturschutz entscheidend ist zudem das geplante Konzept der naturnahen Waldbestattung: Es folgt bewusst dem Grundsatz „Wald soll Wald bleiben“. Die Eingriffe sind minimal – keine Versiegelung, keine baulichen Maßnahmen. Im Gegenteil: Ein solcherart betriebener Bestattungswald bringt ein inhärentes Interesse an einem gesunden vielfältigen Waldbestand mit sich. Insbesondere ältere Bäume werden erhalten und geschützt. Das Konzept wurde auch mit Amtssachverständigen vor Ort begutachtet. Es wird sichergestellt, dass nicht in die Schutzgüter des Natura-2000-Gebiets eingegriffen wird. Naturschutz und eine würdevolle naturnahe Form der letzten Ruhestätte schließen einander daher nicht aus – sie können sich sinnvoll ergänzen, wenn das Projekt fachlich korrekt umgesetzt wird.

Alexander Burtscher, Geschäftsführer Klosterwald, Feldkirch