Patres unerwünscht?
Seit über hundert Jahren prägt das Kloster das Stadtbild, ist es mit den Patres aus Polen für viele DornbirnerInnen eine geistige und religiöse Heimat. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken auf. Statt stolz auf das traditionelle Erbe zu sein, tut Dornbirn offensichtlich alles, um den Patres das Leben schwer zu machen. Ausgerechnet vor den Osterfeiertagen ließ die Stadt große Baumstämme in den Klostergarten legen, damit die – nur während der Gottesdienste als zusätzliche Parkplätze benutzten – Grünflächen unbrauchbar sind. Viele Gottesdienst-Besucher sind aber auf das Auto und damit auf eine Parkmöglichkeit in der Nähe angewiesen. Warum diese Schikane, Herr Bürgermeister? Die Stadt Dornbirn, die das Kloster käuflich erworben hat, will im Klosterhof eine weitere Grünzone schaffen, obwohl sich gegenüber ein kleiner, schattiger Park befindet, der sich über Blumen und Aufmerksamkeit freuen würde. Brauchen Patres keine Rückzugsmöglichkeit, keine Ruhe?
Ein Kloster ist etwas Besonderes, wie andere Kommunen bestätigen, die diese Institutionen schätzen und sie unterstützen. Warum dieser Aktionismus? Zumal das Ganze kaum durchdacht zu sein scheint, denn wie lässt sich „eine Grün- und Begegnungszone mit kleineren Veranstaltungen“ wie dem beliebten Klosterfest verbinden? Zerstört ist schnell. Wenn die Patres weggehen, fehlt mehr als eine religiöse Institution. Da ist eine zusätzliche Grünzone kein Ersatz.
Rosmarie Zeiner, Dornbirn