Nostalgische Party für Hochwürden

“Und ewig singen – und erzählen – die Wälder” wurde für Rudl Bischof zur Familien-Fise.
Bezau “Die meisten Besucher sind wohl zum ersten Mal bei einem Konzert von uns …”, stellte Ulli Troy mit kundigem Blick fest, als sich im Bildungshaus Kloster Bezau Saal samt Galerie füllte. Es “störte” ihn auch nicht, dass viele davon nicht wegen Hanskaspas Enkeln gekommen waren, sondern wegen deren Partner Monsignore Rudl Bischof, der mit seinen Erinnerungen aus fast sechs Jahrzehnten seelsorgerischer Tätigkeit aufwartete und diese nach der Veranstaltung mit vielen “Zeitzeugen” ausgiebig vertiefte.

Ein wenig die Show gestohlen

Da nahmen es Frontmann Ulli Troy und seine Cousins auch neidlos hin, dass ihnen ihr neuer Partner ein wenig die Show stahl, denn viele Besucher waren “wegen dem Rudl” gekommen, um einfach wieder einmal “Hallo!” zu sagen und sich mit ihm über lange zurückliegende Episoden zu amüsieren.

Beispielsweise Herlinde Schmied, mit der Rudl Bischof in seiner Amtszeit in Frastanz lange Jahre zusammenarbeitete, oder dem Bildsteiner Christoph Böhler, der zwar keinen direkten Kontakt mit dem “Aushilfs-Seelsorger” hatte, diesen aber aus den Erzählungen seiner Großmutter Agnes hinlänglich kannte.
Oder die Wildmoos-Älplerin Katharina Eberle: “Es war immer so schön, wenn Rudl bei uns die Bergmesse feierte …”, schwärmte sie beim Wiedersehen im Kloster von diesen unvergesslichen Erlebnissen.
Die Schwestern vom Heiligen Blut in Hittisau, die schon lange Kontakte zu Ulli Troys Familie pflegen, verlegten eine Geburtstagsfeier kurzerhand nach Bezau und verbanden diese mit dem Konzertbesuch.
Auch aus Lustenau waren Gäste gekommen, die Erinnerungen an die Zeit in der Pfarre Lustenau-Hasenfeld auffrischten. Fast zehn Jahre wirkte er in der damals neuen Pfarre im Süden der Marktgemeinde, und seine Predigten lockten Gläubige weit über die Pfarre hinaus zum Gottesdienst. Hasenfeld war für Rudl Bischof eine spezielle Station, fand er doch beim “Amtsantritt” nur eine Baugrube für die spätere Gut-Hirten-Kirche vor. Als “Bauherr Bischof” diese schließlich Jahre später einweihen durfte, kam es zu einem Schock-Erlebnis: Das Gotteshaus ist mit einer besonderen Dachkonstruktion ausgestattet, die Bischof Bruno Wechner mit der Bemerkung kommentierte, dass die Kirche sicher ganz gut aussehen werde, wenn “man das Gerüst für das Dach entfernt hat.”

Kurzum: Es gab auch nach dem offiziellen Teil des Abends noch viel zu tun für den “Erzähler” Rudl Bischof, der den zweiten Abend im Kreise seiner Familie ausklingen ließ. Eigentlich war es der “richtige” Termin, doch dieser war so schnell ausverkauft, dass am Tag zuvor eine Zusatzveranstaltung organisiert wurde.

Nur so eine Idee …
Dabei war “Und ewig singen – und erzählen – die Wälder” ursprünglich “nur so eine Idee.” Daniel Mutschlechner, Bildungshaus-Leiter in St. Arbogast, wollte in seinem Haus einmal etwas Besonderes organisieren: Hanskaspas Enkel. Fehlte noch ein passender Partner für die Cousins aus Egg – und man fragte Rudl Bischof. Der Rest ist bekannt, St. Arbogast war im Nu ausverkauft, die eilig organisierte Veranstaltung (samt Zusatzkonzert) in Bezau ebenso. Inzwischen haben auch Bregenz (8. Mai, 19.30 Uhr) und Feldkirch-Altenstadt (Muttertagskonzert am 10. Mai, 18 Uhr) Termine fixiert.

Das nächste Format
Schon zuvor laden Hanskaspas Enkel am 11. April zu einem neuen Format ein: Mundartmotivator Wolfgang Berchtold, Herausgeber von Publikationen über Phänomene des Vorarlberger Dialekts, Schimpf-, Fluch- und Spottwörter, Sprichwörter und Redensarten, wird die Egger Cousins bei einem speziellen Abend im Werkraumhaus begleiten. STP



