Nostalgische Party für Hochwürden

VN / 18.03.2026 • 15:30 Uhr
Für den „Erzähler“ Rudl Bischof wurde die Veranstaltung im Kloster Bezau eine richtige Familien-Fise im Kreise von Angehörigen, früheren Nachbarn und vielen Bekannten.. PETER STRAUSS
Für den “Erzähler” Rudl Bischof wurde die Veranstaltung im Kloster Bezau eine richtige Familien-Fise im Kreise von Angehörigen, früheren Nachbarn und vielen Bekannten. STP

“Und ewig singen – und erzählen – die Wälder” wurde für Rudl Bischof zur Familien-Fise.

Bezau “Die meisten Besucher sind wohl zum ersten Mal bei einem Konzert von uns …”, stellte Ulli Troy mit kundigem Blick fest, als sich im Bildungshaus Kloster Bezau Saal samt Galerie füllte. Es “störte” ihn auch nicht, dass viele davon nicht wegen Hanskaspas Enkeln gekommen waren, sondern wegen deren Partner Monsignore Rudl Bischof, der mit seinen Erinnerungen aus fast sechs Jahrzehnten seelsorgerischer Tätigkeit aufwartete und diese nach der Veranstaltung mit vielen “Zeitzeugen” ausgiebig vertiefte.

Geistliche Schwestern aus Hittisau verbanden eine Geburtstagsfeier mit dem Konzertbesuch im Kloster Bezau.   
Geistliche Schwestern aus Hittisau verbanden eine Geburtstagsfeier mit dem Konzertbesuch im Kloster Bezau.

Ein wenig die Show gestohlen

Katharina Eberle: „Die Bergmessen mit Rudl Bischof auf der Alpe Wildmoos bleiben in Erinnerung.“
Katharina Eberle: “Die Bergmessen mit Rudl Bischof auf der Alpe Wildmoos bleiben in Erinnerung.”

Da nahmen es Frontmann Ulli Troy und seine Cousins auch neidlos hin, dass ihnen ihr neuer Partner ein wenig die Show stahl, denn viele Besucher waren “wegen dem Rudl” gekommen, um einfach wieder einmal “Hallo!” zu sagen und sich mit ihm über lange zurückliegende Episoden zu amüsieren.

Christoph Böhler: „Ich konnte Rudl Bischof in Bildstein nicht persönlich erleben, aber Oma Agnes hat viel von ihm erzählt.“   
Christoph Böhler: “Ich konnte Rudl Bischof in Bildstein nicht persönlich erleben, aber Oma Agnes hat viel von ihm erzählt.”

Beispielsweise Herlinde Schmied, mit der Rudl Bischof in seiner Amtszeit in Frastanz lange Jahre zusammenarbeitete, oder dem Bildsteiner Christoph Böhler, der zwar keinen direkten Kontakt mit dem “Aushilfs-Seelsorger” hatte, diesen aber aus den Erzählungen seiner Großmutter Agnes hinlänglich kannte.

Oder die Wildmoos-Älplerin Katharina Eberle: “Es war immer so schön, wenn Rudl bei uns die Bergmesse feierte …”, schwärmte sie beim Wiedersehen im Kloster von diesen unvergesslichen Erlebnissen.

Die Schwestern vom Heiligen Blut in Hittisau, die schon lange Kontakte zu Ulli Troys Familie pflegen, verlegten eine Geburtstagsfeier kurzerhand nach Bezau und verbanden diese mit dem Konzertbesuch.

Auch aus Lustenau waren Gäste gekommen, die Erinnerungen an die Zeit in der Pfarre Lustenau-Hasenfeld auffrischten. Fast zehn Jahre wirkte er in der damals neuen Pfarre im Süden der Marktgemeinde, und seine Predigten lockten Gläubige weit über die Pfarre hinaus zum Gottesdienst. Hasenfeld war für Rudl Bischof eine spezielle Station, fand er doch beim “Amtsantritt” nur eine Baugrube für die spätere Gut-Hirten-Kirche vor. Als “Bauherr Bischof” diese schließlich Jahre später einweihen durfte, kam es zu einem Schock-Erlebnis: Das Gotteshaus ist mit einer besonderen Dachkonstruktion ausgestattet, die Bischof Bruno Wechner mit der Bemerkung kommentierte, dass die Kirche sicher ganz gut aussehen werde, wenn “man das Gerüst für das Dach entfernt hat.”

Playlist mit „religiösem Touch“: Hanskaspas Enkel begannen mit der Anleitung, wie man in den Gsiberg-Himmel kommt und schlossen mit „Aus, Amen, Fertig, Schluss!“ Dazwischen philosophierten sie u. a. über das „Aufisteig’n“ . . .   
Playlist mit “religiösem Touch”: Hanskaspas Enkel begannen mit der Anleitung, wie man in den Gsiberg-Himmel kommt, und schlossen mit “Aus, Amen, Fertig, Schluss!” Dazwischen philosophierten sie u. a. über das “Aufisteig’n” …

Kurzum: Es gab auch nach dem offiziellen Teil des Abends noch viel zu tun für den “Erzähler” Rudl Bischof, der den zweiten Abend im Kreise seiner Familie ausklingen ließ. Eigentlich war es der “richtige” Termin, doch dieser war so schnell ausverkauft, dass am Tag zuvor eine Zusatzveranstaltung organisiert wurde.

Ein Quartett, das sein Publikum restlos begeisterte – und im Mai auch noch in Bregenz und Feldkirch begeistern will.   
Ein Quartett, das sein Publikum restlos begeisterte – und im Mai auch noch in Bregenz und Feldkirch begeistern will.

Nur so eine Idee …

Dabei war “Und ewig singen – und erzählen – die Wälder” ursprünglich “nur so eine Idee.” Daniel Mutschlechner, Bildungshaus-Leiter in St. Arbogast, wollte in seinem Haus einmal etwas Besonderes organisieren: Hanskaspas Enkel. Fehlte noch ein passender Partner für die Cousins aus Egg – und man fragte Rudl Bischof. Der Rest ist bekannt, St. Arbogast war im Nu ausverkauft, die eilig organisierte Veranstaltung (samt Zusatzkonzert) in Bezau ebenso. Inzwischen haben auch Bregenz (8. Mai, 19.30 Uhr) und Feldkirch-Altenstadt (Muttertagskonzert am 10. Mai, 18 Uhr) Termine fixiert.

Unvergessliche Erinnerung an seine Zeit in Frastanz: Bei einer Messe in Amerlügen kam die Antwort auf „Der Herr sei mit euch“ von einer neugierig in die Kapelle äugender Kuh – „Muh . . .!“   
Unvergessliche Erinnerung an seine Zeit in Frastanz: Bei einer Messe in Amerlügen kam die Antwort auf “Der Herr sei mit euch” von einer neugierig in die Kapelle äugenden Kuh – “Muh…!”

Das nächste Format

Schon zuvor laden Hanskaspas Enkel am 11. April zu einem neuen Format ein: Mundartmotivator Wolfgang Berchtold, Herausgeber von Publikationen über Phänomene des Vorarlberger Dialekts, Schimpf-, Fluch- und Spottwörter, Sprichwörter und Redensarten, wird die Egger Cousins bei einem speziellen Abend im Werkraumhaus begleiten. STP

Herlinde Schmied war aus Frastanz nach Bezau gekommen, um Erinnerungen aus der Zeit auszutauschen, als sie in Frastanz mit dem damaligen Kaplan zu tun hatte.
Herlinde Schmied war aus Frastanz nach Bezau gekommen, um Erinnerungen aus der Zeit auszutauschen, als sie in Frastanz mit dem damaligen Kaplan zu tun hatte.
Zweimal ausverkauft: Und ewig singen – und erzählen – die Wälder.
Zweimal ausverkauft: Und ewig singen – und erzählen – die Wälder.
Nostalgische Party für Hochwürden
“Weißt du noch …?” – Immer wieder kamen in der Pause und nach dem Konzert Besucher auf Rudl Bischof zu und weckten ihrerseits Erinnerungen.
Hanskaspas Enkel anno 2096 gibt es schon jetzt auf Oago-Brand-CD.
Hanskaspas Enkel anno 2096 gibt es schon jetzt auf Oago-Brand-CD.