Transparenz bei der Müllverbrennung fehlt

Leserbriefe / 19.04.2026 • 17:13 Uhr

Im Beitrag rund um das geplante Reststoffkraftwerk von Rondo wird betont, man werde „keine schwarzen oder gelben Säcke verbrennen“. Diese Aussage soll offenbar beruhigen, wirft aber bei genauerer Betrachtung neue Fragen auf. Denn in den Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurde unter anderem auch Siedlungsmüll beantragt. Dieser umfasst per Definition Hausmüll – also genau jene Abfälle, die im Alltag über schwarze oder gelbe Säcke entsorgt werden. Für viele Bürgerinnen und Bürger entsteht hier ein klarer Widerspruch zwischen öffentlicher Kommunikation und eingereichten Projektunterlagen. Gerade bei einem Vorhaben dieser Größenordnung ist Vertrauen entscheidend. Dieses entsteht jedoch nur dann, wenn Aussagen konsistent, transparent und fachlich korrekt sind. Beschwichtigende Formulierungen helfen wenig, wenn gleichzeitig formell weitergehende Möglichkeiten beantragt werden. Es ist daher dringend notwendig, hier für Klarheit zu sorgen: Welche Abfälle sollen tatsächlich verbrannt werden – und welche nicht? Und warum unterscheiden sich öffentliche Aussagen von den Inhalten der UVP? Die Bevölkerung hat ein Recht auf ehrliche und nachvollziehbare Informationen. Nur so kann eine sachliche und faire Diskussion geführt werden

Andrea Prestel, Frastanz