Leserbrief: Pensionsanpassung gefährdet

Leserbriefe / 22.04.2026 • 15:31 Uhr
Leserbrief: Pensionsanpassung gefährdet

Zum VN-Bericht vom 20. April:

Offensichtlich verstehen die österreichischen Politiker seit Jahrzehnten nicht, dass strukturelle Reformen notwendig sind, um der Bevölkerung eine verdiente Rente garantieren zu können. Die Budgetverhandlungen erzählen den Österreicher:innen, dass die Pensionen sicher sind. Die Privat- und Beamtenpensionen verschlingen über ein Viertel der Gesamtausgaben des Bundes (35,2 Milliarden Euro im Jahr 2027), ein Fass ohne Boden, das kann nur implodieren. Anstatt den Pensionist:innen das “Geld stehlen zu wollen”, sollten sich die Verantwortlichen mit der Demografie auseinandersetzen. Im Jahr 1950 betrug die Lebenserwartung in Österreich bei Männern 61,9 Jahre, 2023 waren es bereits 79,4 Jahre: eine Steigerung um 17,5 Jahre. Bei den Frauen sieht es noch besser aus. (Daten der Statistik Austria). Seit den frühen 1970er-Jahren ist das Pensionsantrittsalter unverändert geblieben. Im Jahr 1972 gingen die Österreicher im Schnitt mit 61 Jahren in Pension. Heute, über fünfzig Jahre später, gehen Männer im Durchschnitt mit 61,8 und Frauen mit 59,8 Jahren in Pension. Im Jahr 1950 waren es noch 5,8 Erwerbsfähige, die für die Rente eines Pensionisten aufkamen, im Jahr 2024 standen rein statistisch nur noch etwa 1,5 Erwerbsfähige zur Verfügung. Entscheidungen und nicht Durchwursteln! 1. Pensionsversicherungsbeiträge (für Pensionisten) ersatzlos zu streichen. 2. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen.

Othmar Walser, Obmann VÖS&AB, Bregenz