Leserbrief: Akademische Wertvorstellungen

Unlängst ließ ich als Autorin von Leserbriefen hier Revue passieren, in der Hoffnung auf Kontinuität in diesem Medium mit seinen grundlegenden Prinzipien wie intellektuelle Ehrlichkeit, Transparenz, Respekt vor anderen Meinungen sowie Verantwortung für die gesellschaftlichen Auswirkungen. Umso enttäuschter und schockierter war ich, dass gerade eine Person mit Doktorwürden sich zu einer herablassenden, aus gesellschaftlicher Sicht verwerflichen und problematischen ideologischen Gesinnung in Form einer regelrechten Buchstaben-Anarchie zum Dunstkreis tiefblauer Ideologie hinreißen ließ. Ich werte das als pure Provokation gegen alle Autoren und Autorinnen hier in diesem Medium und danke allen jenen Leserbriefschreiber:Innen welche eine sehr passende Kritik gegen den Herrn Doktor eingebracht haben. Da sein Name bekannt ist, will ich nicht weiter darauf eingehen – aber Fakt ist, dass der Großteil aller Autor:Innen ohne Titelwürden stets sehr bemüht ist, ihre Statements in Wertvorstellungen zu veröffentlichen, die echten Bezug auf Überzeugungen, Normen und Haltungen haben und sich von akademisch geprägten Werten in bestimmten Schwerpunkten unterscheiden, besonders dann, was Arbeit, Anerkennung und Lebensentwürfe betrifft. Bei den nichtakademischen Wertvorstellungen lässt sich feststellen, dass sie oft pragmatisch, praxisorientiert und stark durch direkte soziale Erfahrungen und Arbeitserlebnisse geprägt sind, und gerade dieser Erfahrungsschatz liest sich sehr erfreulich in den Texten vieler Mitglieder. Danke!
Windberger Sabine, Bregenz