Leserbrief: Ein bisschen Leichtigkeit

Leserbriefe / 13.05.2026 • 13:55 Uhr
Leserbrief: Ein bisschen Leichtigkeit

Zum Kommentar von Julia Ortner, VN vom 12. Mai: Europäischer Song Contest, also „Europäischer Lied-Wettbewerb“, wobei „Lied“ wohl nicht das trifft, was mit „Song“ gemeint ist; obwohl mich persönlich ein schön gesungenes Lied, wie etwa der portugiesische oder israelische Beitrag, weit mehr beeindruckt als die „überdreht“ wirkenden „Show-Nummern“ mit tanzenden Frauen. Aber Julia Ortner kommt es darauf an zu sagen: „Ein solches Großereignis kann Menschen verbinden … wobei auch überzogener Nationalstolz, tradierte Ressentiments oder die Abwertung der anderen hochkommen können …“. Dazu ist zu hören, dass viele Sängerinnen die Teilnahme Israels verhindern wollten und dass aus demselben Grund die Regierungen von vier EU-Staaten (Spanien, Niederlande, Irland und Island) ihre Teilnahme abgesagt haben sowie ebenso eine Übertragung des Contests über Rundfunk und Fernsehen. Aber abgesehen davon, dass dieser Regierungsakt der genannten Länder die Freiheit ihrer Künstler und ihres öffentlichen Fernsehens unerhört einschränkt, ist es vor allem das Motiv, das mich persönlich schmerzt und zornig macht: dass Israel als der große Sündenbock angeprangert wird, während die Sicherheitsmaßnahmen vor allem zur Abwehr islamistisch ausgerichteter Attentate nötig sind.

Peter Mathei, Alberschwende