Leserbrief: Gleichgültigkeit des Lebens?

Leben wir nicht in einer Welt überschuldeten Übermaßes und Überangebots? Stellen wir ständig Forderungen nach immer mehr Erfüllung, Reisen, Events und Ansprüchen an unser teils kaum erfüllbares Leben? Etwas gelebte Zufriedenheit und Dankbarkeit scheint es nur noch dort zu geben, wo Menschen oft durch Krankheiten erfahrungsgeschult Zufriedenheit und Bescheidenheit für den verbliebenen Rest an Lebensqualität aufzubringen imstande sind – oft jedoch reduziert durch Beschwerden und Behinderungen. Sich über kleine Zuwendungen oder Geschenke richtig von Herzen zu freuen, scheint Mangelware zu sein, auch wenn gerade solche kleinen Gesten teilweise Unterstützung und zusätzlichen Halt im täglichen Leben bringen könnten. Bezeichnend, wenn gerade oft ältere, meist lebenserfahrene Menschen als Ballast seitens der Jugend betrachtet und sozial als schwächste Glieder unserer Gesellschaft, trotz ihrer geleisteten Lebensarbeits- und Abgabenleistungen, finanziell ausgepresst und abseitsgestellt, zudem oft missverstanden werden. Kritik wäre dann berechtigt, wenn man selbst ein Leben lang bereits entsprechende Leistungen erbracht hat und nicht glaubt, dass künstliche Intelligenz alle Sorgen der Umwelt selbsttätig erledigt und für Frieden und Gleichheit sorgen würde. Ursachen ohne Wirkung gibt es wenige. Somit bezahlen wir all diese Leistungen und oft unsinnigen Umgebungshypotheken durch ständig steigende Unmengen an Energieverbrauch und ggf. Umweltbelastung, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein!
Kurt Höfferer, Hörbranz