Leserbrief: Tarifgestaltung VMOBIL

Ich bin Öffi-Benützer, wenn Radfahren wegen Schlechtwetters nur bedingt möglich ist. Eine Jahreskarte Vorarlberg rentiert sich für mich nicht, da ich übers Jahr zu wenig mit Öffis unterwegs bin. Meine Mobilität verteilt sich auf rund 70 Prozent Rad und Fuß, 20 Prozent Öffis und 10 Prozent Auto. Als Pensionist habe ich zudem eine Seniorencard der ÖBB. Mit dem neuen Zonentarif haben vermutlich wieder einmal ein paar “Übergschtudierte” die Praxis in Theorie verwandelt. Ich frage mich, wie man diese Zonenregelung für sinnvoll halten kann. Mit “SimplyGo” bezahle ich für die Bahnfahrt von Schwarzach nach Bregenz und retour nur 2,40 Euro für rund 16 Kilometer. Meine Erfahrung von gestern zeigt die Schieflage: Mit dem Wälderbus fuhr ich von Wolfurt-Kreiennest nach Alberschwende Zoll, etwa fünf Kilometer weit. Der Fahrpreis für eine Richtung betrug 4,80 Euro. Liebe Verantwortliche für die Öffi-Tarifgestaltung: Ich fahre selten “spazieren”, sondern nutze Bus und Bahn für Besorgungen oder Termine. Da der gesamte Bregenzerwald keinen Bahnanschluss hat, sind die Bewohner auf den Bus angewiesen und müssen ungerechtfertigte Tarifnachteile hinnehmen. Vielleicht käme einmal jemand auf die Idee, Bahn- und Bustarife generell nach gefahrenen Kilometern zu berechnen – idealerweise österreichweit. Das wäre objektiv und würde Bewohner von Seitentälern ohne Bahnanschluss weniger benachteiligen.
Dietmar Hasenburger, Wolfurt