Von Regatta bis Hirnfutter – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende in Vorarlberg alles zu erleben gibt.
In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.
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Zwischentöne jetzt auch im Frühling

Vom 7. bis 14. Juni verwandeln die Montforter Zwischentöne die Feldkircher Altstadt in einen offenen Resonanzraum für Musik, Bewegung und überraschende Begegnungen. Zwischen Konzertspaziergängen, Performances und dialogischen Formaten entstehen neue Blicke auf Stadt, Kunst und Gemeinschaft. Den Auftakt macht am 7. Juni der „Gruß aus der Küche“ um 18 Uhr in der Bärenkreuzungsunterführung: eine Festivalvorschau mit musikalischen Kostproben, Einblicken hinter die Kulissen und freiem Eintritt.
In „Paulas Arbeitszimmer“ öffnet Martina Häusle am 8. Juni im Zanona ihren Denkraum, bevor am 9. Juni Studierende der Stella Musikhochschule Einblicke in ihren Alltag geben, jeweils um 19 Uhr. Am 12. Juni verbindet der Konzertspaziergang „jetzt oder nie“ Musik und Stadtraum unter freiem Himmel, Treffpunkt ist um 19 Uhr beim Stella Pförtnerhaus. Mit „in the blink of an eye“ werden am 13. Juni um 12 Uhr sowie am 14. Juni um 15 und 17 Uhr Plätze und versteckte Winkel der Altstadt zu Bühnen für Tanz und Musik.
Den Höhepunkt bildet am 13. Juni um 19 Uhr im Palais Liechtenstein die lange Festivalnacht „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ mit Yasmo & die Klangkantine sowie dem Ensemble Plus: ein Abend zwischen zeitgenössischem Tanz, Konzert, Karaoke und Clubstimmung.
Segelspektakel auf dem Bodensee

Der Bodensee ist für gewöhnlich ruhig und beschaulich. Vom 4. bis 6. Juni wird sich das jedoch ändern. Unzählige weiße Segel sind dann auf dem Wasser zu sehen. Sicherlich ein interessanter Anblick. Eine Kollegin hat mir die Fahrt nach Lindau Insel empfohlen. Dort wird zum 75. Mal die „Rund Um“-Segelregatta starten und enden.
Am heutigen Donnerstag, dem 4. Juni, findet die historische Regatta statt. Klassische Yachten, die bereits bei der ersten „Rund Um“ 1951 an den Start gingen, kehren dafür nach Lindau zurück. Der eigentliche Regattastart ist dann am Freitag, 5. Juni, ab 16 Uhr. In drei Startgruppen segeln über 400 Boote im Abstand von 15 min los. Es werden unterschiedliche Strecken gefahren. Die großen Boote segeln etwa 100 km von Lindau aus einmal um den Bodensee. Dafür haben sie maximal 24 Stunden Zeit. Am Samstag 20 Uhr werden die Sieger geehrt.
Neben den historischen Yachten und der Regatta gibt es in Lindau Stadtfest-Flair mit Essen, Getränken und Live-Musik. Da auf den Straßen viel los sein wird, ist die Anreise mit Bus, Bahn oder Schiff sicherlich eine gute Alternative.
Ein letztes Mal

Die Fußballmeisterschaft in den Amateurligen neigt sich dem Ende zu. Und dabei steht vor allem eine Entscheidung im Mittelpunkt. Denn im letzten Saisonderby in der Regionalliga West entscheidet sich der Kampf um den heimischen Amateurtitel. Noch führt der FC Dornbirn die Derbytabelle der Vorarlberger Westligaclubs an, doch der VfB Hohenems liegt nur einen Punkt hinter den Rothosen. Damit können sich die Emser am Donnerstag noch die „Krone“ aufsetzen. Allerdings müssen die Schützlinge von Cheftrainer Werner Grabherr auswärts antreten. Der „Kracher“ zum Abschluss der Derbysaison im legendären Stadion an der Holzstraße in Lustenau steigt an Fronleichnam um 11 Uhr. Bei den Blau-Weißen haben sich die Verantwortlichen für das Spiel auch abseits des Sportlichen einiges einfallen lassen. Dafür verantwortlich einmal mehr „Tausendsassa“ Huschi, der seit Jahrzehnten im Dienste des Vereins steht. „Wir wollen den Feiertag nutzen, um unsere Fans und ihre Familien willkommen zu heißen und ihnen auch kulinarisch etwas Besonderes bieten.“ So gibt es für alle Fußball-Interessierten zur vielleicht etwas ungewöhnlichen Anstoßzeit die legendären Schnitzel von „Schnitzelbär“ sowie den beliebten Kartoffelsalat von Spar König. Damit steht einem außergewöhnlichen Fußball-Erlebnis unter dem Motto „Derby, Schnitzel, Feiertag, Holz“ nichts mehr im Wege. Zumal es vor allem für das Gastteam aus Hohenems auch aus sportlicher Sicht ein wichtiger Termin ist. Eine Woche vor dem Uniqa-VFV-Cupfinale geht es um nicht weniger als den Gewinn der Vorarlberger Amateurmeisterschaft.
Hirnfutter am Wochenende

Es gibt Autoren, die einem besonders zusagen. Ich verschlinge zum Beispiel alles von Daniel Kehlmann, bin großer Fan von Marc-Uwe Kling (meine Tochter übrigens auch) und schwärme von David Foster Wallace. Und ich kaufe alles von Elias Hirschl.
Was mich besonders fasziniert: Der Mann ist zehn Jahre jünger als ich. Als er „Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt“ schrieb, war er 22. In diesem Alter investierte ich meine gesamte Energie in die Frage, in welchen Hörsaal ich als Nächstes muss. Er schrieb sein zweites Buch. Sein neuester Roman heißt „Schleifen“. Zu hören am Freitag um 20 Uhr im Spielboden. Elias Hirschl liest daraus persönlich.
Am Samstag wird es dann noch intellektueller. Als regelmäßiger Falter-Leser genieße ich jedes Wort aus der Feder von Armin Thurnher. Aus seinem Mund übrigens auch. Gelegenheit dazu gibt es am Samstag im Theater am Saumarkt. Dort liest Armin Thurnher aus „Unterstunden der Menschen“ und spricht darüber. Beginn ist um 19.30 Uhr. Zwei Abende voller Hirnnahrung also. Und wer weiß: Vielleicht klingt das Wochenende am Sonntag nicht nur entspannt, sondern auch ein kleines bisschen (ein)gebildeter aus.
50 Jahre Pfadis us Lutarach – und alle feiern mit

„Ma siahts am Tüachle, ma hörts am Krach: Mir sind die Pfadis us Lutarach!“ Ich habe diesen Spruch erst gelernt, als ich nach Lauterach gezogen bin. Aber er hat sich eingeprägt.
Seit 50 Jahren packen sie Rucksäcke, entzünden Lagerfeuer, übernachten im Freien und lernen dabei das, was man heute oft viel zu wenig mitbekommt: Verantwortung füreinander übernehmen, auch wenn es unbequem wird. Das Jubiläum feiern sie gleich drei Tage lang – Donnerstag intern mit einem Galaabend, Freitag gemeinsam mit den Pfadis aus ganz Vorarlberg beim Landesfeuer am Jannersee.
Der Samstag, 6. Juni, gehört dann allen. Ab 11 Uhr öffnet das Festgelände am Jannersee: Familienprogramm, spannende Aktivitäten für Kinder, eine Wall of Fame durch ein halbes Jahrhundert Pfadigeschichte – und wer noch nie eine echte Jurte von innen gesehen hat: Die Pfadfinder Lauterach stellen die größte Österreichs auf.
Um 17 Uhr steigt die Tombola-Hauptverlosung, ab 17.30 Uhr spielt die Jugendkapelle Lauterach – bevor MitRockA den Abend übernimmt und aus dem Familienfest eine Party macht. Anreise am besten mit Fahrrad oder Öffis. Vom Bahnhof Lauterach sind‘s rund 20 Minuten zu Fuß. Der Jannersee an einem Juniabend ist jeden Schritt wert.