Leserbrief: Kommentar in der Krise

In seinem Kommentar „Lehre in der Krise!“ übertrifft sich Harald Walser selbst. Ausgehend von der jüngsten Diskussion über Lehre und Handelsschulen schlägt Herr Walser den Bogen zur aktuellen Bildungsdiskussion. Er anerkennt die Ergebnisse der PISA-Studie, wonach beispielsweise die Lesekompetenz seit Jahrzehnten sinkt und 24 Prozent eines Jahrganges nicht einmal mehr das grundlegende Kompetenzniveau erreichen. Seiner Meinung nach sind Schulen und LehrerInnen mitnichten daran schuld. Aber, und jetzt folgt seine ideologiegetriebene Argumentation, das Schulsystem ist schuld. Und dieses Schulsystem stammt, so Walser, noch aus der Monarchie. Zur Vermeidung von Stress bei SchülerInnen und LehrerInnen ist für Walser daher eine Systemänderung, und damit meint er eine spätere Trennung der Schüler, zwingend. Aber wenn dieses Schulsystem aus der Monarchie stammt und das Leistungsniveau seit Jahrzehnten sinkt, so muss das Niveau logischerweise früher einmal besser gewesen sein. Und das bei gleichem Schulsystem?! Also kann der Niedergang nicht so zwangsläufig am Schulsystem liegen. Das große Problem ist vielmehr die mangelnde Kenntnis der deutschen Sprache bei Eintritt in die Schule. Nur wer den Kindern von MigrantInnen beim frühen Spracherwerb erfolgreich hilft, verhindert Frust und Stress bei SchülerInnen und LehrerInnen und spart dem Staat langfristig auch noch Millionen.
Dipl. -Ing. Dr. Andreas Eggler, Zürs