Schaffen wir das – oder planen wir weiter am Bedarf vorbei?

Leserbriefe / 02.07.2026 • 13:55 Uhr
Schaffen wir das – oder planen wir weiter am Bedarf vorbei?

Vorarlberg sieht im Regionalen Strukturplan Gesundheit 2030 derzeit nur drei Primärversorgungseinheiten vor: Bregenz, Hohenems und die Kinder-PVE in Dornbirn. Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass Vorarlberg mit rund 137.000 Einwohnern pro Primärversorgungseinheit im Mittelfeld liegt, aber deutlich schlechter versorgt ist als Wien, die Steiermark, Salzburg oder Oberösterreich. Zwar wird im RSG von einer Stärkung und Weiterentwicklung der Primärversorgung gesprochen, konkrete zusätzliche Standorte sind aber noch nicht verbindlich festgelegt. Gerade das ist kritisch, weil die Bevölkerung bis 2030 weiterwächst und der Anteil älterer Menschen deutlich zunimmt. Dadurch steigt der Bedarf an wohnortnaher, gut erreichbarer und multiprofessioneller Versorgung. Notwendig wären daher zusätzliche PVE, insbesondere in bisher schwächer abgedeckten Regionen wie Feldkirch/Bludenz, Walgau, Bregenzerwald oder Kleinwalsertal. Sinnvoll wäre ein Ziel von mindestens sechs bis acht PVE, damit die Versorgung nicht zu stark auf wenige Standorte konzentriert bleibt. Positiv ist, dass Vorarlberg bei Prävention bereits Schritte setzt, etwa durch Diabetesstützpunkte in Weiler und Dornbirn sowie geplante Erweiterungen. Diese präventiven Angebote sollten aber stärker in neue PVE integriert werden. Wichtig wäre daher nicht nur mehr Planung, sondern eine verbindliche RSG-Anpassung mit klaren Standorten, Öffnungszeiten und Umsetzungsterminen. Schafft das die Ländle-Politik?

Peter Vaschauner, Feldkirch