Leserbrief: Wirtschaftskammer – ein Staat im Staat

Leserbriefe / 14.07.2026 • 10:15 Uhr
Leserbrief: Wirtschaftskammer – ein Staat im Staat

… nur mit weniger Demokratie und besserer Kantine. Diese Worte liest man in der Kolumne mit der kryptischen Überschrift ‚693-93-590‘ von Christian Rainer in der VN-Ausgabe vom Samstag, 11. Juli. Mit Kantine meinte er nicht nur das leibliche Wohl, sondern wohl auch die Personalkosten von mehr als einer halben Milliarde Euro. Mit 1000 Organisationseinheiten und 4740 Vollzeitbeschäftigten ist die Wirtschaftskammer ein durch gesetzliche Pflichtbeiträge finanzierter Moloch. Die eigenen Bezüge wurden selbst beschlossen und 2025 um bis zu 55 Prozent erhöht. Und das mitten in der Wirtschaftskrise! Das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten! Dies wurde Expräsident Harald Mahrer dann auch zum Verhängnis und er stolperte über seinen eigenen ‚Selbstbedienungsladen‘. Die Wirtschaftskammer ist aber in vielen Bereichen eine große Hilfe für die Gewerbetreibenden, wenngleich sich die Begeisterung der Zwangskundschaft in Grenzen hält. Parallelstrukturen, zu hohe Lohnkosten und zu viel Bürokratie prägen das System WKÖ. Selbst der Rechnungshof sieht hier in seinen Prüfberichten Handlungsbedarf. Mit dieser Glosse hat Christian Rainer ‚ins Schwarze getroffen‘! Das Schwarz kann man deuten, wie man will. Rainer lieferte uns jedenfalls eine leicht verständliche Bedienungsanleitung für Sparmaßnahmen im Staat “Wirtschaftskammer”. Die Regierung muss sie nur lesen! Aber fürs Lesen bleibt ihr keine Zeit mehr. Es warten 75 Tage Urlaub.

Tone Schneider, Klebern, Egg