Leserbrief: Todeszone

Leserbriefe / 06.08.2026 • 14:15 Uhr
Leserbrief: Todeszone

Im russisch-ukrainischen Krieg gibt es auf beiden Seiten der Front jeweils einen etwa 25 Kilometer breiten, komplett überwachten Streifen. Dieses Gebiet wird als “Todeszone” bezeichnet und sowohl von den ukrainischen Verteidigern als auch von den russischen Angreifern mittels Drohnen aus der Luft kontrolliert. Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte sind gezwungen, in kleinen Gruppen immer mit Blick nach oben zu agieren oder sich in Schützengräben und Bunkern vor den Drohnen zu verstecken. Schätzungen zufolge sterben in der “Todeszone” täglich etwa 900 russische und 200 ukrainische Soldaten. Das Leben an der Front hat also neue Dimensionen angenommen. Diese Drohnengefahr muss auch in die Ausbildung im Grundwehrdienst einfließen, damit die Soldaten in einem potenziellen bewaffneten Konflikt überleben können. Zusätzlich muss das Bundesheer eine starke Drohnenabwehr aufbauen. Ein gewaltsamer Konflikt in Zentraleuropa würde aufgrund der geopolitischen Lage und veränderter Kräfteverhältnisse zwar etwas anders aussehen als der russisch-ukrainische Krieg, doch bestimmte neue Kampfweisen würden Routine sein.

Kurt Gärtner, Wels