Leserbrief: Equal Pension Day – in Zahlen gegossene Ungerechtigkeit

Frauen erhalten statistisch gesehen ab dem 9. August keine Pension mehr. Die österreichweite Pensionslücke von 39,4 Prozent ist das Ergebnis der strukturellen Benachteiligungen eines Frauenlebens. Zusätzlich haben die “Pensionsreformen” der letzten Jahrzehnte dazu beigetragen, dass Frauen verstärkt von Altersarmut betroffen sind. Altersarmut beginnt im aktiven Erwerbsleben. Fehlende Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen, aber auch ungleiche Bezahlung führen dazu, dass Frauen nach einem Arbeitsleben armutsgefährdet sind. Statt mit der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie endlich Verbindlichkeit bei der gerechten Bezahlung zu schaffen, sind die Unternehmen strikt dagegen. Das ist unfair, ungerecht und respektlos gegenüber der Arbeit von Frauen. Die Umsetzung jetzt ist nicht nur ein Gebot der Stunde, sondern schützt auch Österreich vor Strafzahlungen. Geld, das dringend für Gleichstellung gebraucht wird.
Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes, Wien