Leserbrief: Mütter verdienen Wertschätzung, keine Ideologie

Leserbriefe / 12.08.2026 • 15:10 Uhr
Leserbrief: Mütter verdienen Wertschätzung, keine Ideologie

Die Diskussion um Stockers Äußerungen zeigt, wie schnell aus einer unglücklichen Formulierung ein Skandal gemacht wird. Dabei sollte eine Selbstverständlichkeit im Mittelpunkt stehen: Die Leistung von Müttern für unsere Gesellschaft kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Sie geben Geborgenheit, vermitteln Werte und übernehmen Verantwortung, die sich nicht in Euro messen lässt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist selbstverständlich richtig. Aber daraus abzuleiten, jede gesellschaftlich wertvolle Tätigkeit müsse nach Genderkriterien bewertet werden, führt in die falsche Richtung. Kindererziehung ist wertvoll, sie ist mehr als ein Job, aber Familie ist kein Arbeitsverhältnis. Stockers Formulierung war unglücklich. Daraus aber einen Angriff auf die Wertschätzung von Frauen zu konstruieren, ist ebenso überzogen. Seine Entschuldigung hat die Empörung sogar angeheizt. Bemerkenswert ist, dass sich plötzlich rechte und linke Kräfte gegen Stocker treffen: Kickl aus politischem Kalkül, die einen aus feministischer Perspektive – nicht unbedingt im Sinne der Mehrheit aller Österreicher. Politiker aller Richtungen sollten ihre Energie nicht für ideologische Grabenkämpfe, sondern für mehr konkrete Unterstützung und Anerkennung für Familien einsetzen. Denn die bisherigen Konzepte gehen nicht weit genug, Kinderkriegen darf nicht zum finanziellen Risiko werden. Weniger Gender-Gehabe und künstliche Empörung, mehr Respekt vor Familie und Kindern – das wäre längst überfällig.

Roland Geiger, Buch