Leserbrief: Vorarlberg: mit unbegrenzten Möglichkeiten

In Vorarlberg ist es möglich, trotz niedrigstem Grundwasserstand und geringsten Niederschlägen seit Jahrzehnten zur Trockenhaltung der aktuell größten Baugrube das Grundwasser in den angrenzenden Fluss abzuführen. In Vorarlberg ist es möglich, mehr als 30 Erdsonden 190 m tief in hochwertigste Trinkwasserreserven des Landes abzusenken. In Vorarlberg ist es möglich, die größten Mengen an Grundwasser zu entnehmen und zu vermarkten, ohne nur einen Cent dafür zu bezahlen. In Vorarlberg ist es möglich, regelmäßig das gesamte Jahr über während des Nacht- und Sonntagsfahrverbots mit Kraftfahrzeugen bis zu 44.000 kg zu fahren. In Vorarlberg ist es möglich, ein Gewerbegrundstück mit ca. 6300 m² ohne Flachdachbegrünung zu 97 Prozent zu versiegeln. In Vorarlberg ist es möglich, dass der Landeshauptmann wiederholt behauptet: Wir haben Wasser zur Stromerzeugung und brauchen keine Windenergie. Das Jahr 2026 bestätigt einmal mehr, dass es nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer immer öfter Wassermangel gibt. In Vorarlberg ist es möglich, in Tälern mit dem meisten Durchzugsverkehr den Ausbau von zeitgemäßen Radwegen mit fadenscheinigen Ausreden zu verhindern. Das könnte man noch mit unzähligen Beispielen fortsetzen.
Werner Nessler, Nüziders