Leserbrief: Sommergespräch

Die Hitzewelle und Dürre werden im Kommentar von Frau Stainer-Hämmerle (VN 11.8.2026) als idealer Einstieg für das Sommergespräch mit Frau Gewessler bezeichnet. Ob die Leugner des menschengemachten Klimawandels angesichts der realen Auswirkungen vielleicht doch noch nachdenklich werden? Ich fürchte, dafür bedarf es noch vieler Katastrophen. Es darf bei diesem Anlass daran erinnert werden, dass es die damalige Umweltministerin Gewessler war, die den entscheidenden Beitrag zum Zustandekommen des EU-Renaturierungsgesetzes (Nature Restoration Law) geliefert hat. Dieses Gesetz ist die entscheidende Grundlage für europaweite Maßnahmen, den Ursachen des Klimawandels wirksame Schritte entgegenzusetzen. Das nachfolgende Geschrei von Rechtsbruch bis zur Drohung mit einer Ministeranklage, das ÖVP und FPÖ gemeinsam angestimmt haben, hat sich blamabel in Luft aufgelöst. Eines ist geblieben: Eine Koalition mit dieser Frau ist nach diesem “Verrat” ausgeschlossen. Statt Klimaschutz ernst zu nehmen, treiben Bund und das Land unter Applaus der Industriellenvereinigung die Umsetzung der S18CP-Straßenverbindung voran. Damit verbunden wäre die denkbar großflächigste Moorzerstörung und die Freisetzung der darin gespeicherten Klimagase. Wie verträgt sich die selbstgewählte Rolle der Landesregierung als Koordinator mit der Aufgabe, den Schutz der bundesweiten Moore voranzubringen, mit der Moorzerstörung im eigenen Land? Die Antwort sei den Leser*innen überlassen.
Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn