Leserbrief: “Care-Arbeit”: mit und für Kinder, für Mütter unbezahlt. Hallo?

Wir haben drei Töchter. Den weitaus überwiegenden Teil der Erziehungsarbeit leistete meine Frau. Zum Glück! Denn dem Glück, tolle Mädchen zu haben, folgte der Stolz, dass aus ihnen lebensfähige und –bejahende junge Frauen wurden. Jede unserer Töchter hat ihrerseits zwei Kinder, das genaue Gegenmodell zur beklagten “No-Future-Generation”. Was für ein Glück! Klar, das waren andere Zeiten. Doch die Zeiten sind immer anders. Fix ist seit eh und je: Man muss selber was tun! Wenn ich mich um das Papierl am Wohnanlagenzugang nicht bücke, weil’s dafür ja Personal gibt, brauche ich mich nicht über den “Saustall” aufzuregen. Wenn ich die Erziehung meiner Kinder der Kleinkindbetreuung oder, noch schlimmer, dem Handy oder Tablet überlasse, brauche ich mich nicht zu beklagen, dass die späteren Jugendlichen keinen “Bock” haben. Oder die Vision: Frau, Mann und Hund. Oder Katze. Die Viecherl zahlen dann die Pensionsbeiträge. “Die Zukunft der Kinder ist das Werk der Mütter”: Um wie viel zufriedener kann eine Mutter (und Vater!) über glückliche Kinder (und dann noch Enkelkinder!) sein? “rame’” (balinesisch): etwas, das zwar chaotisch ist, aber glücklich macht. Und: “Wenn ihr’s nicht erfühlt, ihr werdet’s nicht erjagen” (Goethe).
Norbert Gugganig, Dornbirn