Leserbrief: Mansplaining

Zum Kommentar von Christian Rainer, VN vom 14.8.2026:
Wieder ein Mann, der uns Frauen erklärt, warum wir etwas falsch verstehen. Dass ein Mann das, was er gesagt hat, eigentlich gar nicht so gemeint hat. Weil wir Frauen ja nicht unsere eigenen Schlüsse ziehen können, wenn uns jemand sagt, dass Kindererziehung keine Arbeit ist. Es auf das Alter des Bundeskanzlers abzuschieben, ist zu einfach – mein Mann und ich gehören derselben Generation an, haben immer beide gearbeitet und die Erziehung unserer Kinder gemeinsam bewältigt. Gleich viel Freude, Engagement und Arbeit. Das Schöne daran ist, dass Tochter und Sohn zu ihrem Vater eine ebenso gefestigte Beziehung haben wie zu mir als Mutter. Und ganz nebenbei haben wir damit den Wert der Gleichberechtigung an die nächste Generation weitergegeben. Alle fragen sich, warum die Geburtenrate in unserem Land zurückgeht. Die für Familien zuständige Ministerin meinte als Lösung dazu: “dass man bei der Familienplanung nicht so viel nachdenken sollte”. Liebe Frau Bauer, Denken hat noch nie geschadet, und ich rate jeder jungen Mutter, genau darüber nachzudenken, ob sie ihren Job aufgibt, wenn ihr Mann und ihr familiäres Umfeld Druck auf sie ausüben. Ich würde mir das gut überlegen und jedenfalls Pensionssplitting verlangen – damit nicht eines Tages die Armutsfalle über der nächsten Frau zuschnappt.
Dr. Martina Hladik, Dornbirn