Leserbrief: Unsere Politiker sind „Klima-Brandbeschleuniger“

Immer wieder komme ich nach Wien und staune, wie sich die Stadt bezüglich des Verkehrs zum Positiven verändert. Das Straßenbahnnetz wird massiv erweitert, um die Randgebiete einzubinden, Busse werden vorwiegend als Zubringer für die Bim und U-Bahn eingesetzt. Auch in den Niederlanden wurde eine vorbildliche Verkehrspolitik entwickelt. Der Bevölkerung wurde das Radfahren schmackhaft gemacht. Der Umbau zu einer nachhaltigen, menschenfreundlichen Mobilität wurde durch Förderungen und radikale Verkehrsveränderungen gesteuert. Unser Rheintal wäre für ein „Radlertal“ bestens geeignet. Jede größere Stadt, dahin entwickelt sich das Rheintal unausweichlich, löst ihre Verkehrsprobleme durch die Reduktion des Autoverkehrs und bietet Alternativen an. Eine „Ringstraßenbahn“ und kleine Verkehrslösungen werden abgelehnt. Die Tunnelspinne Feldkirch und die S 18 werden gebaut. Mit einer Verkehrsinfrastruktur nach niederländischem Vorbild, die das Fahrrad zum beliebtesten und sichersten Alltagsverkehrsmittel macht, würden viele aufs Rad umsteigen. Auf den Straßen gäbe es mehr Platz für diejenigen, die mit einem Fahrzeug unterwegs sein müssen. Gleichzeitig würde die Bevölkerung sportlicher und somit auch gesünder. Das riesige S 18-Bauprojekt benötigt Unmengen an Beton und Stahl, die das CO2-Aufkommen belasten. In zwanzig Jahren wird man sagen: „Das Jahr 2026 war ein kaltes und nasses Jahr im Vergleich zur jetzigen Zeit.” (Die Wissenschaftler wissen das heute schon).
Werner Alge, Lustenau