Leserbrief: Justizposse

Leserbriefe / 04.09.2026 • 12:45 Uhr
Leserbrief: Justizposse

In den Vorarlberger Nachrichten vom 3. September lese ich, dass eine Mitarbeiterin des Krankenpflegevereins Koblach während ihres Einsatzes für einen schwer kranken Patienten eine Anzeige wegen Falschparkens und in der Folge eine Strafe in Höhe von 60 Euro erhielt. In der gleichen Ausgabe wird unter der Überschrift “Justizposse nach tödlicher Hundeattacke” über das Verfahren nach dem tödlichen Angriff eines Kampfhundes auf einen Pudel berichtet, der Ende Mai viele Menschen im Lande schockiert hat. Da steht dann tatsächlich, dass das Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt worden sei – und das mit einer Begründung, über die man nur den Kopf schütteln kann. Stellt man die Konsequenzen der beiden Vorfälle gegenüber, darf man sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Justiz immer mehr verloren geht: Für ein Bagatelldelikt gibt es 60 Euro Strafe. Eine Hundehalterin, die den Leinenzwang ignoriert und damit die Attacke mit den bekannten Folgen erst ermöglicht hat, kommt ungeschoren davon. Wer soll das verstehen?

Walter Burtscher, Nüziders