Leserbrief: Dieses Gesetz ist ein Fehlgriff, ein wahrer Skandal

Was uns diese Landesregierung hier zur Begutachtung vorlegt, ist ein absoluter Fehlgriff und ein wahrhafter Skandal: Unter dem Deckmantel einer Entbürokratisierung wird das Naturschutzgesetz verstümmelt und niedergemacht, unsere Lebensgrundlagen zerstört und dabei ganz harmlos getan, so, wie es rein freiheitlichen und bestimmten wirtschaftsnahen Kreisen entspricht. Offensichtlich haben die verantwortlichen Autorinnen, dazu gehört nun einmal diese Landesregierung, nicht allzu viel Kenntnis von den Zusammenhängen zwischen unserem Leben und der Natur. 1. Kann man Entbürokratisierung auch dadurch schaffen, dass man bestimmte Naturschutzziele von vornherein a priori rechtlich außer Streit stellt, sodass es überhaupt keinen Anlass für das Aufmarschieren einer Heerschar von Gutachtern bei Verhandlungen dazu bräuchte. 2. Fehlt es offensichtlich an einer naturschutzrechtlichen, im Wortsinn ökologischen Expertise. Niemand kann die extreme Reduktion von bisher geschützten Gebieten wissenschaftlich erklären. Und dies geschieht, geschickt versteckt, auf allen Ebenen. 3. Kann man Natur nur durch rechtliche Instrumente und geharnischte Strafen ausreichend schützen, andere Wege gibt es in der vorherrschenden Praxis und in unserem Rechtssystem nicht. Das scheinen „die Autorinnen“ wohl eindeutig übersehen und vergessen zu haben. 4. Sind 30 Jahre seit Abfassung des bisher gültigen Naturschutzgesetzes vergangen: Ist nicht alles beengter geworden? Sind nicht Unmengen an Lebewesen ausgestorben? Gibt es nicht extremste Erscheinungen des Klimawandels (Hitze, Überschwemmungen …)?
Andreas Postner, Rankweil