Leserbrief: Babler mit Stützrädern

Die Neuorganisation der SPÖ-Führungsspitze hätte schlechter nicht laufen können. Sie ist auch keineswegs neu! Bis auf ein paar neue Türschilder bleibt hier alles beim Alten – bis auf Weiteres! Ein Lehrbeispielklassiker, wie man es nicht machen sollte! Dass aber parteiintern etwas geändert werden musste, dazu zwangen allein schon die schlechten Umfragewerte. Die einst staatstragende SPÖ so in Richtung Bedeutungslosigkeit zu fahren, ist nicht zuletzt der Person Babler geschuldet. Ehrlicherweise nicht nur, sein politiknahes Umfeld spielte hier keine unbedeutende Rolle. Babler hatte als SPÖ-Chef die Statuten zugunsten des Machterhalts geändert. Und das ist die eigentliche Crux am ganzen Dilemma! In der Folge ist seine Abwahl nur durch Mitglieder oder auf einem Parteitag möglich. Aber was soll’s, bei diesem Gehalt kann man sich schon auf Streitigkeiten einlassen. Darin ist die SPÖ ja nicht ganz ungeübt. In einer Marathonsitzung wurden jedenfalls Babler einstimmig zwei Personen als Aufpasser bzw. als Unterstützung zur Seite gestellt. Böse Zungen reden hier vom “betreuten Vorsitzenden”, andere sehen sie als “Sachwalter”, während andere vom “Parteichef mit Stützrädern” reden. Von wo immer diese Wortkreationen kommen, Andreas Babler sitzt jedenfalls bis auf Weiteres im Sattel. Gescheitert sind sie aber alle: Parteichef Babler, die SPÖ als Partei und letztlich auch Gerhard Zeiler!
Tone Schneider, Klebern, Egg