Leserbrief: Wertschätzung für vorbildliche Waldbewirtschaftung

Leserbriefe / 12.10.2026 • 12:00 Uhr
Leserbrief: Wertschätzung für vorbildliche Waldbewirtschaftung

Ich muss Franz Ströhle in seinem Leserbrief vom 8. Oktober entschieden widersprechen. Ein flächendeckendes Nichtstun würde zu überalterten und strukturschwachen Wäldern führen. Keine gute Strategie für die bei uns existenziell wichtigen Schutzwaldwirkungen. Und das im Klimawandel mit immer stärkeren Extremereignissen. Außerdem bringen bewirtschaftete Mischwälder durch ihren Strukturreichtum – und das müsste ganz im Sinne des Alpenschutzvereins sein – eine sehr hohe Biodiversitätsleistung. Daneben kann ein bei uns nachhaltig nachwachsender Rohstoff geerntet werden, der mit seiner CO2-Speicherung und Substitutionswirkung einen nicht unwesentlichen Beitrag für die Klimaschutztransformation leistet. Sicher kein “Humbug” ist die Verwendung unseres klimaneutralen Energieträgers. Durch den Ersatz von Gas aus Russland oder Öl über die Straße von Hormus kann jeder Anwender/in mit einem sehr guten Gewissen einen klimapositiven Beitrag leisten. Wir Vorarlberger Waldbesitzer/innen beweisen mit der traditionellen naturnahen Waldbewirtschaftung einen verantwortungsvollen Umgang seit Jahrzehnten. Da braucht es keine zusätzlichen bürokratischen gesetzlichen Regeln, sondern weniger. Wir haben hier Vertrauen verdient und fordern entsprechende Wertschätzung ein. Zum Beispiel im Uferschutzbereich braucht es keine zusätzlichen bürokratischen und doppelgleisigen naturschutzrechtlichen Bewilligungspflichten. Und auch Forststraßen, deren Errichtung jetzt etwas erleichtert werden soll, gewährleisten eine kleinflächige und naturnahe Waldbewirtschaftung, die sogar von Ströhle als vernünftige Waldnutzung bezeichnet wird (“Plenterung”).

Thomas Ölz, Dornbirn