AUA – Bruchlandung in Altenrhein

Nach Monaten des Dementierens hat Austrian nun Altenrhein vom Flugplan gestrichen.
Altenrhein, Wien. Die Recherche der VN-Redaktion im Dezember 2012 ließ wenig Spielraum – alles deutete auf einen Rückzug der österreichischen Fluglinie Austrian aus Altenrhein hin. Die Informationen waren korrekt, am 15. Dezember titelten wir im Ressort „Markt“: „People’s statt Austrian“.
Nach wiederholten Dementis ist nun die Katze aus dem Sack. In einer Aussendung gaben die Austrian Airlines ihren Rückzug aus Altenrhein bekannt: „Austrian Airlines stellt ab 31. März 2013 und damit ab Beginn des Sommerflugplans 2013 die Flüge von und nach Altenrhein ein.“ Der letzte Flug soll am 30. März 2013 stattfinden. „Vor dem Hintergrund steigender Kosten und sinkender Yields ist die Strecke wirtschaftlich ohne Zukunft“, erklärt Karsten Benz, Chief Commercial Officer von Austrian Airlines. „Zuletzt verursachte sie mehrere Millionen Euro Verlust pro Jahr. Passagiere, die von dieser Streichung betroffen sind, werden umgebucht oder sie erhalten den Ticketpreis vollständig zurück.“
Nebulös bleibt, was mit den Mitarbeitern am Standort tatsächlich passiert: „Derzeit sind 19 Mitarbeiter der Austrian Airlines Group in Altenrhein stationiert. Diese wurden gestern (Dienstag) Abend über die Einstellung der Flüge und die damit einhergehende Schließung der Station Altenrhein informiert. Ziel ist es, die Mitarbeiter im Unternehmen zu behalten.“ Damit ist für die langjährigen Mitarbeiter wenigstens die Zeit der Unsicherheit vorbei, Jobangebote gibt es allerdings bislang nur an anderen Flughäfen, wie ein Insider gegenüber den VN bestätigte.
Der Geschäftsführer des Flughafens und der Fluglinie „People’s Viennaline“, Armin Unternährer, sieht den Rückzug, der sich angekündigt hat, mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Einerseits verlieren wir den wichtigsten Kunden am Flugplatz, andererseits einen Konkurrenten unserer Fluglinie.“ Vorläufig werde sich durch den Rückzug nichts ändern, betont der Airline-Manager und verspricht, dass die People’s Viennaline die nunmehrige Monopolstellung nicht zuungunsten der Passagiere ausnützen wird.
„Es ist natürlich unser Ziel, den Passagieren den bestmöglichen Service zu bieten. Wir werden die Wünsche sehr ernst nehmen und reagieren, wenn es notwendig ist.“ Und noch einen Wunsch äußert er: „Wir sind natürlich immer noch an einem Code-share interessiert. Das wäre für alle von Vorteil.“
Fluglinien
» People’s Viennaline wurde 2010
von Markus Kopf gegründet und nahm den Flugbetrieb im März 2011 auf. Sie
ist ein Tochterunternehmen des Flughafens Altenrhein, der als People’s
Business Airport firmiert. Heute fliegt
die Linie täglich drei Rotationen.
» Austrian. Im Februar 2001 wurde die von Rolf Seewald gegründete Rheintalflug an Austrian Airlines
verkauft und mit den Tyrolean Airways fusioniert. Die AUA-Tochter fliegt noch bis Ende März täglich drei Rotationen.