Alpla expandiert weiter: 295 Mill. für neue Werke

Fast 300 Mill. Euro investiert Alpla weltweit. Und baut damit Marktanteile weiter aus.
Hard. Es gibt sie noch, die weißen Flecken auf der Weltkarte, die im Alpla-Hauptquartier in Hard die Präsenz des Verpackungsherstellers dokumentiert. Afrika ist noch weiß und Australien wird es wohl bleiben. Aber der Schwarze Kontinent ist für Günther Lehner, CEO des Unternehmens, ganz klar im Fokus. „Wir sondieren dort den Markt“, sagt er im Gespräch mit den VN.
Im Jahr 2012 wurden zehn neue Standorte eröffnet, fünf davon in Mexiko, zwei Werke in Polen, je eines in China, Brasilien und Argentinien. 14.000 Menschen arbeiten inzwischen für den Vorarlberger Produzenten, der immer dort zu finden ist, wo die großen Marken-Konzerne sich niederlassen. Aktuell werden Werke in Großbritannien, Argentinien, den USA und Vietnam gebaut. „Und dann gibt es noch weitere Projekte, die kurz vor dem Abschluss sind“, verrät Lehner. Die Expansion geht weiter, vornehmlich in den sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), die boomen und für die Wirtschaft weltweit als Hoffnungsmärkte gelten, und in den USA, „weil wir dort spät eingestiegen sind“. Auch in Saudi-Arabien erweitert Alpla die Produktion.
Global am besten aufgestellt
Lediglich in den entwickelten Regionen, in welchen die Harder Weltfirma bereits einen hohen Marktanteil besitzt, „ist es nicht mehr unser Ziel zu wachsen“. Alpla sei von den Anbietern am Markt derjenige, der global am besten aufgestellt sei, so Lehner, aber natürlich gebe es am globalen Markt wie auf lokaler Ebene starke Mitbewerber. Vorteile von Alpla seien das Inhouse-Konzept, das den Kunden Kosten in der Logistik und beim Transport erspart, und der technologische Vorsprung. „Wir entwickeln Verpackungen, für die wir weniger Material brauchen, und solche, die besser zu recyclen sind.“ Dass dies gut gelinge, zeige ja die Entwicklung des Unternehmens. „Wir sind vom Level bei den besten. Entweder man produziert mit hoher Qualität oder man ist weg vom Markt“, beschreibt er das Marktumfeld. Auch die Ansprüche der Kunden werden immer höher: Für die Produkte werden überall Audits gefordert, der Aufwand dafür werde immer größer. „Und dann wunderst du dich, wenn es dennoch immer wieder Skandale wie jetzt mit dem Pferdefleisch gibt“, stellt Lehner kritisch fest.
Mitarbeiter als Erfolgsfaktor
Der Erfolg des Unternehmens hänge aber wesentlich von den Mitarbeitern ab: „Wir versuchen die Leute langfristig an uns zu binden. Wir brauchen Menschen, die unsere Firmenkultur verstehen und leben.“ Man habe gezielt in die Aus- und Weiterbildung investiert. Und ganz neu wird die österreichische Lehrlingsausbildung nun auch nach Mexiko und China exportiert. „Wir haben die Weichen mit Schulen und Behörden gestellt und können unser Know-how so auch unseren Kunden gewährleisten.“
Gewährleistet wird mit den weltweiten Aktivitäten auch der weitere Ausbau am Standort Vorarlberg. Die Verwaltung wurde räumlich erweitert, ebenfalls das Kinderhaus „Alpla Kids“ und natürlich die Arbeitsplätze.
Die Mitarbeiter sind für uns der wichtigste Erfolgsgarant. Wir investieren gezielt in die Ausbildung.
Günther Lehner
Alpla in Zahlen
ALPLA Werke
Alwin Lehner GmbH & Co KG
» Beschäftigte (weltweit): 14.000
» Davon Beschäftigte in Vorarlberg: 810
» Lehrlinge in Vorarlberg: 57
» Gesamtumsatz 2011: 2,85 Mrd. €
» Gesamtumsatz 2012: 3,03 Mrd. €
» Veränderung im Umsatz 2011–2012: + 6,30 %
» Investitionen jährlich: 295 Mill. €
» Exportquote: 75 %
» Standorte weltweit: 149 in 39 Ländern