„Einheitliche Spielregeln“

Markt / 04.04.2013 • 21:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
BA-Landesdirektor Winter, Vorstandsvorsitzender Cernko: 48,8 Mill. Euro wurden von Vorarlberger KMU 2012 nachgefragt. Foto: VN/Paulitsch
BA-Landesdirektor Winter, Vorstandsvorsitzender Cernko: 48,8 Mill. Euro wurden von Vorarlberger KMU 2012 nachgefragt. Foto: VN/Paulitsch

Bank Austria will sich 2013 in Vorarlberg besonders um KMU-Finanzierung bemühen.

Schwarzach. Die Industrie vertraut auch in Vorarlberg der Bank Austria. Und das hat geschichtliche Gründe. Denn früher waren die Vorgängerbanken der BA an Vereinbarungen gebunden, die ihnen das Privatkundengeschäft in den Bundesländern nicht wirklich ermöglichte. Das mit den großen Unternehmen schon, und die fühlen sich bis heute gut aufgehoben bei der Großbank, die zur italienischen UniCredit gehört, freut sich der Vorstandsvorsitzende der Bank Austria, Willibald Cernko, im Gespräch mit den VN. Das Ergebnis in Vorarlberg ist im Wesentlichen dasselbe wie im Jahr zuvor: 4,95 Mrd. Euro betrug das Geschäftsvolumen im Jahr 2012, berichtet Landesdirektor Hans Winter, 0,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dafür erhöhten sich die Veranlagungen.

Im laufenden Jahr, so die beiden Banker, wolle man das Know-how, das die Bank im Geschäft mit den großen Unternehmen aufgebaut habe, verstärkt für die kleinen und mittleren Unternehmen einsetzen.

Günstige Kredite für KMU

Nicht nur Berater-Tage, Roadshows und Informationsveranstaltungen sollen stattfinden, es gibt auch eine Neuauflage der Konjunkturmilliarde für KMU. 2012 wurden davon fast 50 Millionen in Vorarlberg nachgefragt, so Winter. „Innovativen KMU können wir als erste Bank Europas gemeinsam mit dem Europäischen Investmentfonds günstige zu 50 Prozent garantierte Kredite anbieten“, freut sich Cernko.

Eine Kreditklemme für Klein- und Mittelbetriebe sieht Cernko nicht, allerdings, so der Vorstandsvorsitzende, müsse man sich nicht wundern, wenn heute Kredite nicht so leichtfertig vergeben werden. „Wenn überall ein sichereres Bankensystem gefordert wird, dann sind auch die Kriterien für Kreditvergaben schärfer.“

Keine staatlichen Hilfen

Er fordert im Gespräch mit den VN Anreize für Unternehmen, die Eigenkapitalquote zu erhöhen, das sei sinnvoller als das derzeitige Förderwesen. Und den Unternehmen legt er eine bessere Planung ans Herz, die es nicht nur Banken leichter mache, sondern vor allem den Firmen.

Die Krisenjahre waren auch für die Bank Austria schwierige Jahre, und ein Ende sehen die beiden Bank-Austrianer noch nicht. Doch Cernko legt Wert auf die Feststellung, dass seine Bank keine staatlichen Hilfen in Anspruch genommen habe. Um auf europäischer Ebene endlich wieder Ruhe ins Geldgeschäft zu bringen, fordert er die Schaffung der Bankenunion, einheitliche Spielregeln und gesetzliche Möglichkeiten, „böse Banken“ aus dem Verkehr zu ziehen.

Bank Austria Vbg.

Geschäftsvolumen 2012:

4,95 Mrd. Euro (-0,3%)

Veranlagungen 2012:

2,15 Mrd. Euro (+2,5%)

»15 Standorte

»124 Mitarbeiter (+4), davon 5 Lehrlinge

Marktführer im Firmenkundengeschäft in Vorarlberg

»15 Standorte Privatkundengeschäft: rund 10 Prozent Anteil in Vorarlberg

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