Nägelebau verkauft den Hochbau-Bereich

Markt / 15.04.2013 • 21:08 Uhr
Das Werksareal von Nägelebau in Röthis umfasst gesamt 100.000 Quadratmeter; links im Bild die neue Halle für Fertigteile. Foto: Nägelebau
Das Werksareal von Nägelebau in Röthis umfasst gesamt 100.000 Quadratmeter; links im Bild die neue Halle für Fertigteile. Foto: Nägelebau

Röthis. (VN-reh) ­Gerüchte, dass Nägelebau seine Hochbau-Sparte verkaufen will, gab es schon länger. Verkaufsverhandlungen wurden im Februar seitens Geschäftsführer Wolfgang Nägele gegenüber den VN bestätigt. Nun ist es offiziell: Der Hochbau-Bereich wird in die bereits 2011 von der Porr AG übernommene Nägele Tiefbau GmbH integriert. Deren Aktivitäten werden am bisherigen Standort in Röthis weitergeführt. Dazu werden Büroflächen und der Bauhof im Werksareal von Nägelebau angemietet. Die 70 Mitarbeiter werden übernommen. Auch der Name bleibe, bestätigt Wolfgang Nägele im VN-Gespräch. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Auf Nischen konzentrieren

Der Grund für den Verkauf liege darin, „dass nicht alle Geschäftsfelder der Baubranche im gleichen Umfang ausgebaut und zukunftsorientiert betrieben werden können“. Die Porr AG habe eine Vorarlberger Lösung gesucht und letztlich sei das gute Renommee und die Reputation bei den Kunden ausschlaggebend gewesen. „Ein Konzern wie Porr kann letztlich günstiger arbeiten, da er bei Bedarf umschichten und sich breiter aufstellen kann. Auch Maschinen können international verwendet werden“, betont Nägele. Er selbst will sich künftig auf die Bereiche Betonfertigteilbau und Baustoffproduktion fokussieren. Für das laufende Jahr erwartet Nägele im Fertigteilbau eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent. „Wir haben vor zwei Jahren eine hochmoderne Halle mit einer Umlaufanlage gebaut, in der wir Fertigteile herstellen. Dadurch haben wir viel mehr Kapazitäten und können flexibler agieren“, erklärt Wolfgang Nägele. Vor allem Märkte wie die Schweiz können nun besser bedient werden. Dort gebe es eine Renaissance von Beton. So habe man in letzter Zeit mehrere Stadien in der Schweiz gebaut.

Zudem werden auf dem Werksgelände Betongestaltungselemente für den Garten- und Landschaftsbau erzeugt und vertrieben. Dazu kommt der Handel mit Baustoffen. Ebenfalls zur Nägelebau-Gruppe gehört die Firma enercret, die mit selbst entwickelten Geothermiesystemen zur Heizung und Kühlung von Großprojekten am Energiemarkt positioniert ist.

Im Zuge der Übernahme bleiben alle Arbeitsplätze erhalten.

Wolfgang Nägele