63 Mill. Euro Investitionen dank Tourismusförderung

Gemessen an den Nächtigungen werden Vorarlbergs Tourismusbetriebe gut gefördert.
Schwarzach, Wien. Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft denkt intensiv über die richtige Finanzierung ihrer Betriebe nach. Denn um im internationalen Wettbewerb um den Gast nicht ins Hintertreffen zu geraten, muss in Infrastruktur und neue Angebote investiert werden. Daran führt kein Weg vorbei. Doch welchen Weg sie nehmen sollen – das ist Inhalt eines Workshops, den Unternehmer, Berater und Funktionäre der Tourismuswirtschaft in der kommenden Woche abhalten. „Es ist enorm wichtig, dass wir die Betriebe zukunftsfit machen“, sagt der Geschäftsführer der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, Harald Furtner, im Gespräch mit den VN. Ziel der Veranstaltung ist es, neue Förder- und Finanzierungsmodelle für die Betriebe zu etablieren. Schließlich hat auch die Tourismuswirtschaft mit den immer stärker reglementierten Kreditregeln zu kämpfen. Bis es konkrete Vorschläge gibt, halten sich aber auch Vorarlberger Hoteliers an bewährte Instrumente – z. B. an die Serviceleistungen der österreichischen Tourismusbank.
„Enorm wichtiges Instrument“
Das Institut, 1947 gegründet und im Eigentum von UniCredit Bank Austria, Raiffeisen und der Ersten Bank, hat 2012 in Vorarlberg mit gezielten Förderungen ein Investitionsvolumen von rund 62,923 Millionen Euro ermöglicht, wie Franz Hartl, Geschäftsführer der Tourismusbank, gegenüber den VN bestätigt. Österreichweit war es ein Investitonsvolumen von 707 Millionen Euro, das durch Förderungen und Finanzierungen der Bank ermöglicht wurde.
Mit ihren Förder- und Finanzierungsinstrumenten ist die Bank Anlaufstelle für Tourismus- und Freizeitbetriebe. Sie ist Koordinationsplattform zwischen Bund (insbesondere Wirtschafts- und Finanzministerium), Banken und den Förderinstitutionen der einzelnen Bundesländer. Für förderungswerbende Unternehmen hat das den Vorteil, nur einen Ansprechpartner kontaktieren zu müssen. Das Spektrum der Tourismusbank umfasst Zinsstützungen, geförderte Kredite, Haftungen und Barzuschüsse, die kombiniert werden können.
Bei der Verteilung der Förderbarwerte liegt das Bundesland Tirol an erster Stelle, Vorarlberg folgt auf Platz fünf mit 8,3 Prozent. Bezieht man diese Barwerte allerdings auf die in den Bundesländern erzielten Nächtigungen, sieht die Sache anders aus. Dann liegt Vorarlberg nach Salzburg an zweiter Stelle der Rangfolge. Für Furtner ein erfreuliches Signal: „Das zeigt, dass unsere Betriebe auf die Zukunft setzen und investieren.“ Auf die Zukunft setzt auch die Tourismusbank. Sie zeichnet besonders innovative Tourismusprojekte aus. In den vergangenen zwei Jahren waren das Projekte in Vorarlberg.
Ausgezeichnete Idee
„Natursprünge“ im Brandnertal
Die Tourismusbank zeichnet jährlich sogenannte „Leuchtturmprojekte“ aus, die vergangenen Jahre wurden die Banker in Vorarlberg fündig. Nach den „ArchitekTouren“ sind es diesmal die „Natursprünge“ im Brandnertal. Dort entsteht ein interaktiver Themenrundweg, der auch die Kommunikationselektronik einbindet. QR-Codes vermitteln Informationen mittels GPS aufs Smartphone. Man kann sich damit auf Schnitzeljagd begeben. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den Bergbahnen Brandnertal, Hotellerie und Gastronomie, der Alpenregion Bludenz und der Landwirtschaft. Entlang des Wanderrundwegs werden Stationen über die Entstehung, Beschaffenheit und Bedeutung der alpinen Region informieren.
Mehr Info: http://blog.oeht.at
Tourismusbank
» Gegründet: 1947
» Bilanzsumme: € 1.556,3 Mill. inkl. der ERP-Treuhandkredite und Haftungen
» Stammkapital: € 11,6 Mill.
» Eigenkapital: € 32,1 Mill.
Eigentümer:
» UniCredit Bank Austria AG
» Raiffeisen ÖHT Beteiligungs GmbH
» Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG