Das Wetter machte Bau einen Strich durch die Rechnung

Schnee und Regen bremsten die Bautätigkeit im Land: Fast 20 Prozent Rückgang.
Schwarzach. Die Ausgangslage im Jänner 2013 war vielversprechend. Die Vorarlberger Bauwirtschaft hatte ein gutes Jahr hinter sich und hoffte auf eine gute Auftragslage im neuen Jahr. Mit dem Wetter hatten die Baumeister nicht gerechnet. Schnee, Kälte und Regen, Regen, Regen führten in den ersten drei Monaten 2013 zu beträchtlichen Rückgängen.
Das üble Wetter hat die Konjunktur-Lokomotive Bau vorübergehend gebremst. Im Vergleich zum Vorjahr musste die heimische Bauwirtschaft deshalb einen Rückgang von knapp 19 Prozent hinnehmen.
Damit hat sich die Baukonjunktur im ersten Quartal des Jahres auf dem Niveau von 2011 eingependelt. Im vergangenen Jahr konnte mehr gebaut werden, weil der Winter mild war, erklärt Innungsgeschäftsführer Thomas Peter die guten Zahlen des Jahres 2012.
Stimmung trotzdem gut
Aktuell sind die heimischen Unternehmen zufrieden, sie berichten über eine grundsätzlich zufriedenstellende Auftragslage. Sobald es das Wetter zulasse, können zahlreiche Bauprojekte endlich weitergeführt oder gestartet werden, sagt Peter im Gespräch mit den VN.
Auf das ganze Jahr bezogen werden die Lücken der ersten Monate jedoch nicht mehr einzuholen sein. Im Vergleich zum sehr guten Jahr 2012 rechnet der Innungsmeister der Vorarlberger Baubranche, Franz Drexel, mit einem Minus für das Jahr 2013. Die Baukonjunkturwerte der ersten drei Monate bringen ein gesamtes Minus von 18 Prozent, der öffentliche Bau konnte sich mit einem Minus von sechs Prozent besser halten. Eine der größten öffentlichen Baustellen im Land ist das Montforthaus in Feldkirch. Auch im Tiefbau wurden im ersten Halbjahr einige Großprojekte finalisiert, etwa die zweite Tunnelröhre im Pfänder oder der Vollausbau des Autobahnknotens Klaus. Zahlreiche Instandsetzungen nach dem harten Winter laufen derzeit.
Konjunkturpaket für Vorarlberg
Die Bauinnung begrüßt das Konjunkturpaket, das nach der Alpine-Insolvenz zur Stützung der Bauwirtschaft geschnürt wurde. Dieses Paket soll auch in Vorarlberg für notwendige Infrastruktur-Maßnahmen eingesetzt werden, fordert die Bauinnung. So habe sich jetzt wieder dramatisch gezeigt, dass in einigen Regionen Hochwasserschutzmaßnahmen dringend notwendig seien. Vorarlberg sei beim letzten Hochwasser nur deshalb relativ gut davongekommen, weil in den letzten zehn Jahren viel in den Hochwasserschutz investiert wurde.