„Eine Pflichtversicherung wäre hilfreich“

Johanna Stefan sagt, dass Österreicher zu wenig an die Altersvorsorge denken.
Dornbirn. Rund 600.000 Euro hat die Donau Versicherung nach dem Hochwasser Anfang Juni in Vorarlberg ausgezahlt. In ganz Österreich ist der Schaden aber beträchtlich größer. „Etwa im gleichen Umfang wie 2002, für die Donau bei rund 20 Millionen Euro“, zieht die Generaldirektorin des fünftgrößten Schaden- und Unfallversicherers in Österreich Bilanz. Fast alle betroffenen Kunden haben die Auszahlung bereits erhalten, das sei darauf zurückzuführen, dass die Mitarbeiter mit Sonderkompetenzen ausgestattet waren.
Über kurz oder lang kann sich die Versicherungschefin eine Pflichtversicherung gegen Naturkatastrophen vorstellen. Privatwirtschaftlich sei das schwierig, „eine Pflichtversicherung würde vieles erleichtern“, stimmt sie ein in den Chor der Versicherungswirtschaft und gibt zu bedenken: „Es sind auch viele kleine Ereignisse, lokale Überschwemmungen zum Beispiel, die zugenommen haben.“
Die richtige Strategie
Bei der Schadensabwicklung habe sich gezeigt, dass die Strategie der Donau Versicherung die richtige sei. „Andere zentralisieren ihre Schadensabteilungen, wir sind der Meinung, dass Schadensfälle regional und am besten direkt mit dem Berater geregelt werden.“ Überhaupt, so Stefan im Gespräch mit den VN, werde man an der regionalen Strategie weiter festhalten. „Das Beziehungsmanagement ist wichtig. Die Menschen wollen einen Berater, ein Gegenüber, das sie kennen“, begründet die Managerin das Konzept, das die zur Vienna Insurance Group zählende Versicherung seit Jahren über dem Branchenschnitt wachsen lässt.
Durch die Nähe zum Kunden habe man weitere Vorteile: „Wir sind bei der Produktentwicklung führend“, sagt sie nicht ohne Stolz, weil man wisse, was die Kunden brauchen. „Wir sind ein klassicher Compositversicherer und wissen am Ende des Tages, was der Kunde benötigt.“
Gerade wurde eine neue, flexible Altersvorsorge lanciert, die sehr gut ankomme. Das tut auch die Krankenversicherung, die jüngste Sparte im Donau-Portfolio, die in Vorarlberg überdurchschnittliche Zuwächse verzeichne, lobt sie Landesdirektor Engelbert Wiedl. Sorgen bereitet der Fachfrau derzeit die Entwicklung bei den Lebensversicherungen. Überhaupt ortet sie bei den Österreichern Nachholbedarf bei der Altersvorsorge: „Auch wenn in Österreich die Vorsorge gut ist, kann ohne zusätzliche private Vorsorge der Lebensstandard im Alter nicht gehalten werden.“
Donau-Fakten
Donau Versicherung in Österreich
» Generaldirektorin: Johanna Stefan
» Kunden: 990.000 (2012)
» Mitarbeiter: 1447
» Versicherungsverträge: 2.852.414
» Zahlungen: 633,8 Mill. Euro
Donau Versicherung in Vorarlberg
» Landesdirektor: Engelbert Wiedl
» Mitarbeiter: 60