„Tourismus muss seine Hausaufgaben machen“

Markt / 27.08.2013 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schlechtes Klima: Die Tourismus-Beschäftigten beklagen mangelnde Karrierechancen und Weiterbildung.
Schlechtes Klima: Die Tourismus-Beschäftigten beklagen mangelnde Karrierechancen und Weiterbildung.

Die Mitarbeiter im Tourismus sind mit ihrer Situation alles andere als zufrieden.

Schwarzach, Wien. Rund 14.000 Menschen arbeiten in Vorarlberg in der Tourismusbranche, in Österreich sind es knapp 200.000. Und die sind zu einem großen Teil mit ihrer Arbeit und dem Brötchengeber unzufrieden. Gestern präsentierte das Umfrageinstitut IFES ihren im Auftrag der Gewerkschaft vida und Bundesarbeitskammer den ersten „Arbeitsklima-Index Tourismus 2013“. Dabei sind zwar keine Bundesländerzahlen ausgewiesen, der Vorsitzende der Landesgewerkschaft vida, Reinhard Stemmer, sagt im Gespräch mit den VN aber, dass die Stimmungslage der Arbeitnehmer im Tourismus in Vorarlberg dieselbe ist wie bundesweit.

Gesunken ist zuletzt – im Vergleich mit dem Arbeitsklimaindex 2012 – der Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs generell, sowie der Arbeitgeberbetriebe. Ebenfalls gesunken sind im Vergleich mit dem Vorjahr – auch mit Umfragen, die länger zurückliegen – die Zufriedenheit mit dem Führungsstil, die allgemeine Lebens- sowie die Berufszufriedenheit. Die Einkommenszufriedenheit stagnierte laut IFES auf niedrigem Niveau. Innerbetriebliche Karrierechancen fehlen den Tourismusmitarbeitern fast gänzlich. In diesem Punkt sind sie im Vergleich mit anderen Branchen die Unzufriedensten.

Der Geschäftsführer der Sparte Tourismus, Harald Furtner, hält dagegen: „In unserer Branche gibt es Möglichkeiten wie kaum in anderen Berufen, um Karriere zu machen, zum Beispiel in anderen Ländern.“ Auf die ebenfalls genannten „fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten“, reagiere man bereits, so der Branchensprecher: „In unserer Tourismusstrategie ist nicht nur die Ausbildung ein ganz wichtiges Thema, sondern auch die berufliche Weiterbildung“, man sei dabei, die Möglichkeiten zu schaffen: „Da haben wir noch Hausaufgaben zu machen.“

Gewerkschafter Stemmer hört die Botschaft: „Wenn umgesetzt wird, was in der Strategie steht, wären wir sehr froh.“ Handlungsbedarf sieht er aber noch in weiteren Bereichen, etwa bei der Arbeitszeit und bei Praktikas.

In unserer Branche gibt es Nachteile wie z. B. die Arbeitszeiten.

Harald Furtner, sparte Tourismus